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CeBIT: T-Online verzeichnet starkes Wachstum

13.03.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Internet-Provider T-Online hat das Geschäftsjahr 2002 mit neuen Rekorden abgeschlossen. Sowohl die Einnahmen als auch die Erträge wurden deutlich gesteigert.

Von der Branchenkrise war 2002 bei T-Online nicht viel zu merken, denn die Telekom-Tochter konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr alle wichtigen Finanzkennzahlen verbessern. Der Konzernumsatz der Darmstädter stieg um 39 Prozent von 1,14 Milliarden Euro im Jahr 2001 auf nun 1,54 Milliarden Euro. Der Großteil davon resultiert immer noch aus dem Zugangsgeschäft; im Gegenzug wurden die "Non-Access-Einnahmen" etwa aus den Bereichen E-Business, Werbung und bezahlten Inhalten deutlicher gesteigert: Sie stiegen um 76 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert auf 339,2 Millionen Euro, während die Umsätze mit Internet-Zugängen um 31,4 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro angewachsen sind.

Ende des Jahres 2002 belief sich die Zahl der Kunden in Europa auf 12,2 Millionen. Der Anstieg im Jahresvergleich fiel mit 15 Prozent allerdings geringer aus als das Wachstum der Gesamtumsätze. Von allen T-Online-Surfern verfügten 2,8 Millionen oder 23 Prozent über einen Breitbandanschluss. Davon stammten mit 2,6 Millionen der überwiegende Teil aus Deutschland.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) summierte sich im Gesamtjahr auf 103,5 Millionen Euro. Darin enthalten ist ein Erlös von 27,3 Millionen Euro aus dem Verkauf des T-Motion-Anteils. Im Jahr zuvor hatte das Ebitda mit minus 189,3 Millionen Euro noch tief in den roten Zahlen gelegen. Dort befinden sich immer noch die ausländischen Beteiligungen, etwa Club Internet in Frankreich oder Yacom aus Spanien. Diese konnten ihren Ebitda-Verlust 2002 zwar deutlich verringern, jedoch schlossen sie immer noch mit insgesamt knapp 90 Millionen Euro im Minus ab. Verbessert wurde das Konzernergebnis nach HGB von minus 797 Millionen auf minus 459,3 Millionen Euro. Nach US-GAAP betrug das Ergebnis minus 205 Millionen Euro.

Für einen Ausblick auf das laufende Jahr griff T-Onlines Finanzvorstand Rainer Beaujean auf die Umsatzprognosen der Analysten zurück, die von Einnahmen zwischen 1,9 Milliarden und 2,1 Milliarden Euro ausgehen: "Damit fühlen wir uns sehr wohl", sagte er vor Journalisten in Hannover. Die Ebitda-Prognose der Finanzgemeinde von 160 Millionen bis 180 Millionen war dem Manager jedoch "zu konservativ" geraten. Für 2003 erwartet T-Online ein Ebitda von 180 Millionen bis 210 Millionen Euro, also rund zehn Prozent der prognostizierten Einnahmen.

Geändert werden soll die Strategie zur Gewinnung von Neukunden. Man wolle sich verstärkt auf die "Qualität" und weniger auf die Quantität konzentrieren, sagte Beaujean. Besonderes Augenmerk werde auf diejenigen Kunden gelegt, "die weniger preissensibel sind“, also für digitale Inhalte bezahlen würden. Einen signifikanten Durchbruch in diesem Bereich soll es erst 2004 geben: "Der Kunde muss lernen, damit umzugehen“, so Beaujean. (ajf)