CeBIT: Sun singt das hohe Lied auf Open Source

10.03.2006
Statt neue Produkte anzukündigen, nutzte Sun Microsystems die Messe, um einem internationalen Publikum die Vorzüge quelloffener Software zu erklären.

"Open Source ist nicht Kommunismus", verkündete Simon Phipps in Hannover. Der Sun-Manager trägt den seltenen Titel Chief Open Source Officer. In dieser Eigenschaft warb er für Suns Softwarestrategie, die sich immer stärker auf quelloffene Systeme gründet. Die Open-Source-Bewegung beschrieb er als "connected capitalism", ein Phänomen, von dem Entwickler, Hersteller und Anwender gleichermaßen profitieren könnten. Nach seiner Sichtweise bildet der offene Entwicklungsprozess einen Kreislauf kontinuierlicher Verbesserungen, der letztlich Kosten spare, weil Unternehmen das Rad nicht mehrmals erfinden müssten. Sun engagiere sich seit vielen Jahren in diversen Open-Source-Projekten und trage damit zur wachsenden Akzeptanz der Software unter kommerziellen Nutzern bei.

Marketing-Chef Anil Gadre verwies unterdessen auf die Erfolge, die Sun nach der Offenlegung mehrerer Kernprodukte erzielt habe. So sei die quelloffene Variante des Unix-Derivats Solaris innerhalb eines Jahres vier Millionen Mal aus dem Netz geladen worden. Die meisten Kopien des Betriebssystems würden auf Rechnern eingesetzt, die nicht von Sun stammten, darunter in erster Linie x86-basierende Systeme. Das verschaffe Sun mehr Sichtbarkeit im Markt und neue Geschäftschancen. Für das ebenfalls quelloffene Java Enterprise System (JES) habe Sun bereits mehr als eine Million Abonnenten gewonnen, unter ihnen eine Reihe international tätiger Großunternehmen. (wh)