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CeBIT: Shinka plant Messaging per Web-Service

15.03.2002

HANNOVER (COMPUTERWOCHE) - Bis zum Jahresende will der Hersteller Shinka Technologies asynchrone Web-Services für Messaging anbieten können. Als ein erstes Einsatzszenario sieht das Unternehmen die Content-Distribution. Die Berliner Shinka Technologies AG habe sich zur Umsetzung des "Web Service Messaging Service" (WMS) mit einem "etablierten" Partner aus dem Messaging-Bereich zusammengeschlossen, erläutert Dirk Slama, Chief Executive Officer (CEO) des Unternehmens. Konkrete Namen wollte er noch nicht nennen.

Ausgangspunkt der Überlegung ist, dass Web-Services bislang synchron arbeiten. Dazu ist es notwendig, dass alle daran beteiligten Instanzen zeitgleich online sind. Das kann aber nach Slamas Meinung nicht vorausgesetzt werden. Für den WMS setzt der Hersteller deswegen auf asynchrone Datenübertragung. Dabei sollen die Messages in einem Hub existieren, dessen Basis JMS (Java Message Service) bildet, der sich als Wrapper über den Web-Service legt. Dieser Hub ist für das "Store and forward" zuständig. Sobald ein Empfänger online ist, können die Messages sowohl im Push- als auch im Pull-Verfahren übermittelt werden. Von den beiden möglichen JMS-Konzepten - Message Queing (eins zu eins) oder Publish and Subscribe - hat sich Shinka für die Publish-and-Subscribe-Methode entschieden. "Wir sehen das Eins-zu-eins-Verfahren als Spezialfall von Publish and Subscribe", erläutert Slama.

Slama sieht in der ersten Phase mögliche Anwendungsszenarien in der Content-Distribution. Im Bereich Content-Syndication etwa könnten Informationsanbieter gezielt Informationen zu einem Fachgebiet ("Topics") als Channels anbieten. Über die im Web-Service üblichen Repositories seien diese Topics dann für den Empfänger einfach auffindbar.

Aktuell ist WMS in der Betaphase. Zwei Kunden nehmen laut Slama daran teil. Allerdings sei diese Beta-Implementierung noch proprietär. Das Unternehmen möchte seine Enntwicklung jedoch beim W3C zur Standardisierung einreichen.

Schwierig sei es bis jetzt noch, das System so zuverlässig zu machen, dass es sich auch für den Mission-critical-Bereich empfehle. Die JMS-Funktionen lassen sich nicht eins zu eins auf den Web-Services abbilden. Einen festen Termin für die allgemeine Freigabe gebe es noch nicht. Slama rechnet aber damit, dass das Produkt in neun Monaten die Marktreife erreicht. (js)