Neue ERP-Funktionen und effizienteres Hosting

CeBIT: SAP macht Business Bydesign fit für Branchen und EDI

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Für die Software-as-a-Service-Applikation "Business Bydesign" bereitet SAP gemeinsam mit Partnern Branchenlösungen vor. Zunächst soll es Ausprägungen für die Pharma- und die Automobilindustrie geben. Darüber hinaus entsteht in Zusammenarbeit mit Seeburger eine EDI-Erweiterung für das On-Demand-Angebot.

Mit ihrem neuen Mittelstandsprodukt "Business Bydesign" hockt die SAP in den Startlöchern. Nach Firmenangaben beschäftigen sich derzeit 150 Kunden mit dem System. Der Anbieter macht die On-Demand-Lösung für zahlreiche Länder verfügbar.

Der SaaS-Ansatz soll vor allem solche Kunden ansprechen, die um das mächtige Kernprodukt der SAP bisher einen großen Bogen gemacht haben, weil ihnen die Betriebskosten zu hoch und die Release-Wechsel zu aufwändig waren. Den Betrieb der Software will SAP den Kunden abnehmen mit dem Mietansatz.

Neben den Standardfunktionen wie etwa Rechnungswesen und Personalverwaltung wird es künftig Branchenlösungen auf Grundlage der Mietsoftware geben, die SAP gemeinsam mit Partnern entwickelt. Nächstes Jahr will SAP beispielsweise eine Branchenerweiterung für die Pharmaindustrie anbieten. Entwicklungspartner ist der in Köln beheimatete ERP-Spezialist GUS Group. Das Unternehmen vermarktet Business-Applikationen für mittelständische Pharmafirmen ("GUS ERP") und hatte sich bisher als SAP-Konkurrenten verstanden. Seinen Sinneswandel begründet Firmenchef Heinz-Paul Bonn mit Geschäftspotenzial bei internationalen Projekten. "Wir sind bei manchen Projekten nicht zum Zuge gekommen, bei denen es um Rollouts in vielen Ländern gleichzeitig ging, weil uns dafür die Kapazitäten fehlten." GUS wird auch als Wiederverkäufer der SAP-Mietlösung agieren.

EDI für den Mittelstand

SAP setzt auf mittelständische Kunden. Mittlerweile hat der Konzern 21 Partner rekrutiert, die Business Bydesign vermarkten sollen, darunter bisherige Konkurrenten wie GUS Group und Alpha Business Solutions.
SAP setzt auf mittelständische Kunden. Mittlerweile hat der Konzern 21 Partner rekrutiert, die Business Bydesign vermarkten sollen, darunter bisherige Konkurrenten wie GUS Group und Alpha Business Solutions.

SAP plant auch, eine Branchenlösung für die Autoindustrie herauszubringen, will den Entwicklungspartner aber noch nicht nennen. Fest steht hingegen, dass Business Bydesign mit Hilfe des Vermarktungspartners Firma Seeburger EDI-fähig werden soll. Seeburger war zuvor schon Lieferant von EDI-Adaptern für SAPs Plattform "Netweaver. Nach Angaben von SAP-Vorstandsmitglied Peter Zencke sollen mittelständische Kunden in die Lage versetzen, sich mit ihren Kunden und Lieferanten zu vernetzen. Szenarien wie die Fremdfertigung im Ausland müsse SAP abdecken können.

Enhancement Packages für Business Bydesign

Laut Zencke wird der Funktionsumfang von der SaaS-Lösung kontinuierlich erweitert. "Innovationen im Mittelstand machen IT-Lösungen erforderlich, die ganz anders aussehen als die, die wir vor zehn Jahren an große Unternehmen ausgeliefert haben", so der SAP-Manager. Aus diesem Grund werde SAP zweimal pro Jahr Funktionserweiterungen (Enhancement Packages) für Business Bydesign einführen. Enhancement Packages verwendet SAP auch, um das Kernprodukt ERP 6.0 funktional zu erweitern. Hier allerdings installiert und aktiviert der Anwender die neuen Softwarefunktionen selbst. Bei der Mietlösung übernimmt SAP als Hoster die Installation selbst: Alle Mietkunden erhalten automatisch den aktuellen Softwarestand. Der Kunde entscheidet, wann er welche der neuen Funktionen aktivieren möchte.

SAP zufolge wird nicht nur die Funktionen ausgebaut, sondern auch die Infrastruktur verbessert. Bisher liegt die Mindestanzahl der Nutzer im Unternehmen bei 25. Erst ab dieser Anzahl ist es derzeit für SAP wirtschaftlich, die Software zu vermieten. Durch effizienteres Hosting und geringeren Hardwarebedarf soll diese Grenze abgesenkt werden. In Zukunft könnte das System dann auch für Unternehmen angeboten werden, die nur zehn Nutzer freischalten wollen.

SaaS-Lösungen im CRM-Umfeld

Auch andere Unternehmen legen SaaS-Produkte auf. Der in Frankfurt ansässige Softwarehersteller Sage beispielsweise hat mit "Sage CRM" eine Mietlösung für das Customer-Relationship-Management (CRM) herausgebracht. Auch die CAS Software AG aus Karlsruhe will ab April eine On-Demand-Software für CRM namens "Team CRM" anbieten. Sie richtet sich an Firmen, für die das Kernprodukt "Genesisworld" zu groß ist. (fn)