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CeBIT: Samsung sieht Internet beim Fernsehen vorerst sekundär

14.03.2006
Internet wird beim Fernsehen nach Einschätzung von Samsung Electronics vorerst zweitrangig sein.

"Beim Fernsehen lehnen Sie sich zurück und entspannen", sagte der für die Sparte Digital Media Business zuständige Vizepräsident David Steel der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX auf der Computermesse CeBIT. Das Internet setze dagegen einen hohen Grad von Interaktion voraus.

Für ein Fernsehgerät sei Zugang zum Internet deshalb eher eine sekundäre Funktion. "Natürlich wird man über den Fernseher ins Internet gehen können, aber das wird nicht die Hauptaufgabe des Geräts sein", sagte Steel. "Das ist so, wie wenn Sie mit dem PC fernsehen. Das eigentlich Neue ist, dass die Grenzen zwischen den zu Grunde liegenden Technologie-Plattformen immer mehr verschwimmen."

Samsung rechnet sich große Chancen auf dem Fernsehermarkt aus. Die Einführung des digitalen Fernsehens, die ersten hochauflösenden Programmangebote und nicht zuletzt die Fußball-Weltmeisterschaft werden nach Ansicht Steels für hohes Wachstum sorgen.

Der Markteintritt des US-Computerherstellers Dell macht ihm dabei keine Sorgen. "Vor ein, zwei Jahren ist viel darüber diskutiert worden, dass Firmen aus der IT-Branche in den Audio-Video-Markt drängen könnten", sagte Steel. "Seitdem sind die Preise stark gesunken und wir sehen nicht mehr so viel von diesen Wettbewerbern."

Zudem werde der Direktvertrieb über das Internet von den Käufern nicht akzeptiert. "Wer 1000 oder 2000 Euro für einen Fernseher ausgibt, will sich das Gerät im Laden ansehen." Im Grunde habe sich der Markt nicht groß verändert. "Die Verbraucher kaufen die Marken, denen sie vertrauen. Die Bedeutung von Markennamen hat nicht abgenommen, sondern zugenommen." (dpa/tc)