Web

 

CeBIT: Peoplesoft baut Geschäft in Deutschland aus

17.03.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Peoplesoft wird für die rund 14.000 Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe in den kommenden 18 Monaten ein Personalplanungs- und Kosten-Controlling-System einführen. Der Auftragswert soll im knapp zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen.

Peoplesoft zählt in Deutschland neben den Hannoverschen Verkehrsbetrieben (Üstra) und ganz neu dem BVG unter anderem auch die Lufthansa, O2, Daimler-Chrysler und die Deutsche Bank zu ihren Kunden. Steve Rowley, Senior Vice President und Geschäftsführer der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA), antwortete auf einer CeBIT-Pressekonferenz ausweichend auf die Frage, ob Peoplesoft seinen Marktanteil durch Übernahmen stärken wolle. Dergleichen Andeutungen hatte Chief Executive Officer (CEO) Craig Conway vor einem Jahr gemacht.

Auf die Frage, warum Peoplesoft in Deutschland binnen drei Jahren viermal den Geschäftsführer austauschte, sagte Rowley, mehrere dieser Wechsel seien aus persönlichen Gründen erfolgt. Rowley, der für den Austausch der Topmanager verantwortlich ist, konzedierte allerdings, dass das ständige Stühlerücken "schlecht" gewesen sei. Aber es habe seine Zeit gebraucht, die "richtigen Leute" zu finden. Er hoffe, dass der jetzige Geschäftsführer Stefan Höchbauer die in ihn gesetzten Erwartungen erfülle. Dieser habe nun die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass "Peoplesoft Deutschland viel Geld verdient".

Höchbauer erklärte, Peoplesofts Kundenbasis in Deutschland konstituiere sich zu rund 70 Prozent aus Anwendern der CRM- und HR-Lösung, 30 Prozent nutzten die SCM- oder Financials-Software. Dieses Verhältnis solle sich 2003 auf 60 zu 40 verändern. Das bedeute nicht, dass der CRM-Bereich ausgereizt sei, "aber er ist sensibel".

Der Deutschland-Geschäftsführer betonte, dass das Unternehmen auch hierzulande schwarze Zahlen geschrieben habe, und "dies nicht wegen Kostenreduzierungen bei Sachgütern oder durch Personalabbau". Er bestritt, dass es 2002 in Deutschland nennenswerte Kündigungen gegeben habe. Der Personalstamm von jetzt knapp 180 Mitarbeitern solle in diesem Jahr "moderat" in allen Tätigkeitsbereichen erhöht werden.

Die Tatsache, dass in Deutschland lediglich knapp 120 Anwender eines der Peoplesoft-Produkte benutzten, erklärte der Manager damit, dass man hierzulande erst sehr spät begonnen habe, auch andere Produkte als nur die HR-Lösung anzubieten. (jm)