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CeBIT: Mobilcom positioniert sich als Service-Provider

14.03.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das knapp der Insolvenz entronnene Mobilfunkunternehmen Mobilcom präsentiert sich auf der CeBIT erstmals mit neuem Logo und geändertem Geschäftskonzept: Nach dem glimpflichen Ende ihres UMTS-Abenteuers geben sich die Büdelsdorfer nun bescheiden und wollen als Service-Provider die UMTS-Dienste anderer Netzbetreiber anbieten. Presseberichten zufolge hat Mobilcom bereits eine entsprechende Absichtserklärung mit T-Mobile unterzeichnet, Verhandlungen mit anderen Netzbetreibern würden geführt.

Firmenchef Thorsten Grenz hofft nach wie vor, seine gesamte UMTS-Sparte Mobilcom Multimedia GmbH inklusive 3G-Lizenz verkaufen zu können. Ein interessierter Investor könnte das bisher gebaute Netz der Mobilcom dann fertigstellen und selber in das UMTS-Geschäft einsteigen, erläuterte Grenz gegenüber der "FAZ". Der Verkauf der Netzinfrastruktur allein, für diese interessieren sich sowohl E-Plus als auch O2, ist für den Vorstandsvorsitzenden nur die zweite Option.

Was das Kerngeschäft als Service-Provider betrifft, hofft das Unternehmen auf die bis zu 16 Millionen Kunden in Deutschland, deren Mobilfunkverträge in diesem Jahr auslaufen. Mobilcom sieht hier durch eine neue Tarifstruktur Chancen, wechselwillige Handy-Besitzer zu werben.

Grenz rechnet damit, im laufenden Geschäftsjahr vor Zinsen und Steuern (EBIT) einen Gewinn zu schreiben, der Umsatz soll allerdings gegenüber 2002 um knapp zwei Milliarden Euro sinken. Nach bisheriger Schätzung hat Mobilcom im vergangenen Jahr einen operativen Verlust von über 3,2 Milliarden Euro verbucht. Die entgültigen Zahlen für 2002 will das Unternehmen am 27. März bekannt geben. (mb)