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CeBIT: Messeveranstalter sind zur Halbzeit zufrieden

13.03.2006
Zur Halbzeit der CeBIT 2006 besuchten mehr als 200.000 Besucher die Hannoveraner ITK-Messe. Das sind geringfügig weniger als im vergangenen Jahr. 2005 verzeichneten die Veranstalter nach drei Tagen 206.000 Besucher.

Bei der Halbzeitpressekonferenz zur CeBIT 2006 zeigte sich Ernst Raue, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG, zufrieden über den bisherigen Verlauf der größten ITK-Veranstaltung der Welt. Die Besucherzahlen seien "stabil". Zudem stelle man eine deutlich positive Stimmung fest. Es werde, so Raue, "wieder mehr ausgegeben". Auf der Messe stellen, so Raue, 6262 Aussteller aus 71 Ländern ihre Produkte aus.

Besonders gut kommen das Thema Mittelstand und das Mittelstandsforum an, das in Halle 5 präsentiert wird. Hier verzeichne man einen Besucherzuwachs von 30 Prozent, sagte das Messevorstandsmitglied. Zudem sei der Schwerpunkt Telematik in Halle 11 sehr viel erfolgreicher beim Publikum angekommen, als die Messeverantwortlichen erwartet hätten.

Zur zweiten Hälfte der Veranstaltung und zu der zu erwartenden Zahl der Messebesucher wollte Raue keine Prognose abgeben - außer der sehr groben, man werde wohl zwischen 400.000 und 500.000 zahlende Teilnehmer zählen können. Nicht als Besucher wertet die Messe Aussteller und Standpersonal sowie die Pressevertreter.

Ebenfalls nicht unter die genannten 200.000 Besuchern der ersten drei Tage zählt die Messeleitung die 50.000 Interessierten, die sich in Halle 27 des Themas "digital living" annahmen. Hierbei, so Raue, handele es sich nicht um eine "Messe in der Messe". Vielmehr besitze dieser Ausstellungsbereich Eventcharakter. Besucher, die nur den separaten Eintritt von zehn Euro) zahlten, würden gesondert gezählt.

Raue wies Kritik von sich, das Konzept der Lifestyle-Halle sei unklar und eher als "Spielhölle mit angegliedertem Wohnzimmer samt Unterhaltungselektronik" zu sehen. "Wir haben hier einfach etwas Neues ausprobiert. Denn das Thema, mit dem wir konfrontiert sind, heißt Konvergenz der Techniken." Mit der Aussage, sehr viele Innovationen kämen aus dem Spielebereich, konterte der CeBIT-Chef die Frage, wieso die digital living größtenteils aus Ständen bestehe, auf denen alle Arten von Computerspielen demonstriert werden.

Sicherlich, so Raue, könne und werde man an dem Konzept der Halle 27 noch einiges verändern: "Aber sie wird definitiv weiter stattfinden." Er betonte, dass die CeBIT immer eine Business-Messe bleiben werde, dass aber "die Halle 27 in die CeBIT hinein gehört."

Auch Heinz Paul Bonn, Vizepräsident Branchenverbands Bitkom, äußerte sich zufrieden mit dem bisherigen CeBIT-Verlauf: "Die Aussteller sind zufrieden," sagte Bonn auf der Halbzeitpressekonferenz. Bonn betonte den gelungenen Start der Messe: "Für positive Signale sorgte bereits Bundeskanzlerin Merkel mit ihrer Eröffnungsrede." Die ITK-Branche begrüße den von Merkel angekündigten IT-Gipfel und das Aktionsprogramm "Informationsgesellschaft Deutschland 2010".

Der Bitkom-Mann konnte sich dabei einen Seitenhieb auf Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder nicht verkneifen. Merkels Rede habe naturwissenschaftlichen Sachverstand bewiesen, den er bei "bei ihrem Vorgänger des Öfteren vermisst habe." (jm)