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CeBIT: Mac OS X ist "fertig"

26.03.2001
Auf dem IDG-Stand präsentierten die Kollegen der "Macwelt" am Wochenende gemeinsam mit Apple das neue Mac OS X. Der radikale Wandel der Jobs-Company ist nicht unumstritten.

HANNOVER (COMPUTERWOCHE) - Angeblich wird ja gut, was lange währt - und Apples neues Betriebssystem "Mac OS X" währt jetzt schon reichlich lange, das letzte halbe Jahr als so genannte Public Beta. Apple-Boss Steve Jobs setzt damit nun endlich in die Tat um, was er als Gründer und Geschäftsführer von Next - wie so oft seiner Zeit voraus - schon einmal versucht hatte: ein zeitgemäßes Betriebssystem mit Unix-Fundament. "Wir wollen etwas für die nächsten 15 Jahre", erklärte Jobs bei seiner Präsentation in der vergangenen Woche.

Seit Samstag ist Mac OS X offiziell für knapp 330 Mark erhältlich (inklusive einer Vollversion des aktuellen Mac OS 9.1 für die "Classic"-Umgebung). Auf die Open-Source-Basis "Darwin" (Mach-Kernel 3.0, Free BSD) haben die Apple-Entwickler einen Darstellungs-Layer mit systemweiter Implementierung von Adobes PDF ("Quartz") und eine bonbonbunte Oberfläche mit allerlei optischen Spielereien und Effekten ("Aqua") gesetzt, um die darunter verborgenen Unix-Eingeweide so tief wie möglich vor den Augen der Anwendergemeinde zu verbergen.

Trotzdem sind die Unterschiede zwischen dem bisherigen, seit 1984 nur in kleinen Schritten veränderten Mac OS und dem neuen OS so massiv, dass viele treue Mac-Fans verunsichert sind. Ohnehin ist Mac OS X noch nicht wirklich fertig - Teile der gewohnten Betriebssystemumgebung müssen noch angepasst und nachgeliefert werden. Dies will Apple bis zum Sommer schaffen - ab dann sollen alle neu verkauften Rechner mit OS X ausgeliefert werden.

Anwender mit Produktionssystemen dürften sich mit dem Umstieg ohnehin noch Zeit lassen. Die meisten "klassischen" Mac-Anwendungen - Quark "Xpress", Adobe "Photoshop" etc. - sind noch nicht für OS X verfügbar. Allerdings haben fast alle wichtigen Hersteller (Quark ist allerdings eine unrühmliche Ausnahme) rasche Portierung ihrer Produkte angekündigt. Auch Microsoft will in Kürze seine Office-Bürosuite in einer OS-X-Version auf den Markt bringen.

Die CW-SChwesterpublikation "Macwelt", die Mac OS X gemeinsam mit Apple am vergangenen Wochenende auf der CeBIT vorstellte (der Hersteller aus Cupertino war einmal mehr ohne eigenen Stand), haben das neue Betriebssystem bereits einem ausführlichen Test unterzogen. Dieser lässt sich als Vorabdruck aus der Mai-Ausgabe als PDF-Datei von der Site der Macwelt herunterladen. Die Datei ist als "Stuffit"-Archiv verpackt; Windows- und Linux-Anwender können dieses mittels des kostenlosen "Expander" öffnen.