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CeBIT: Lucent-Chefin Russo sieht ein Ende der Talfahrt

14.03.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Markt für Telco-Ausrüster hat vermutlich das Schlimmste hinter sich. Doch die alten Glanz-und-Gloria-Zeiten sind bis auf weiteres passe. Diese Ansicht vertrat Patricia Russo, Chairman und CEO von Lucent Technologies, im Gespräch mit der COMPUTERWOCHE.

"2002 war für unsere Branche das bis dato schlimmste Jahr, 2003 könnte besser werden und sich somit die Situation insgesamt allmählich stabilisieren", nahm Russo Bezug auf den erdrutschartigen Einbruch des Carrier-Ausrüstergeschäfts, das nach jüngsten Lucent-Schätzungen im vergangenen Jahr weltweit um 27 Prozent von 280 auf 205 Milliarden Dollar gesunken ist. In Nordamerika sind Russo zufolge die Umsätze der einschlägigen Anbieter um bis zu 45 Prozent zurückgegangen, was sich für Lucent besonders fatal ausgewirkt habe, da bis dato zwei Drittel der Einnahmen im Geschäft mit US-amerikanischen Telcos erzielt wurden. Vermutlich werde man sich aber auch im Kalenderjahr 2003 weltweit auf einen weiteren Rückgang des Marktes einstellen müssen. Lucent selbst richtet sich im laufenden Fiskaljahr 2003 (Ende: 30. September) auf ein rund 20-prozentiges Umsatzminus ein. Ungeachtet dessen soll im vierten Quartal operativ wieder der Breakeven erreicht

werden. Wir haben uns "schmerzvoll, aber effektiv der Marktlage angepasst", beschrieb Russo die Rosskur des Abbaus von rund zwei Dritteln der Belegschaft.

Umso mehr war ihre Company auf der CeBIT bemüht, starke Signale für ein Comeback auszusenden. So wurde unter anderem der Abschluss von neun Verträgen mit europäischen Netzbetreibern im Gesamtwert von über 200 Millionen Euro bekannt gegeben, darunter mit der Deutschen Telekom und British Telecom (BT).Gleichzeitig redete die Lucent-Chefin einer stärkeren Fokussierung auf Services sowie integrierten, skalierbaren Netzplattformen das Wort: "Wir müssen unseren Kunden stärker als bisher ermöglichen, effizienter und flexibler auf Schwankungen ihrer Netzauslastung zu reagieren." Reserviert äußerte sich Russo zu den anhaltenden Spekulationen über eine angeblich bevorstehende Marktkonsolidierung unter den großen Telco-Suppliern. Dazu gebe es "heute nichts zu sagen“, so die knappe Antwort zu Fusionsgerüchten mit der französischen Alcatel-Gruppe. (gh)