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CeBIT: IT-Servicegeschäft startet schwach ins Jahr 2004

19.03.2004

Die Anfragen nach IT-Projekten steigen, doch der Markt ist nervös. Vorhaben werden kurzfristig gestoppt und verschoben, sobald negative Wirtschaftsdaten gemeldet werden. Einzig das Outsourcing von IT und Geschäftsprozessen verspricht stabiles Wachstum. Zum 1. Oktober werde seine Firma eine BPO-Sparte gründen, kündigte Paul Stodden, Vorsitzender des Bereichsvorstands von Siemens Business Services (SBS), in einem Gespräch mit der COMPUTERWOCHE.

Die CeBIT 2004 hat für SBS gut begonnen. "Es hat viele qualifizierte Kontakte gegeben. Der Auftakt war deutlich besser als im letzten Jahr", sagte Stodden. "Starkes Interesse zeigten Banken und öffentliche Auftraggeber. Das stimmt mich zuversichtlich, dass Deutschland einen großen Schritt vorwärts in Richtung E-Government tut." Ob die Messe jedoch als Impulsgeber für eine Wachstumsphase der IT-Branche wirke, sei ungewiss, denn die sehr gute Entwicklung des letzten Quartals 2003 hat sich nicht ins laufende Jahr übertragen.

"Der Markt reagiert sensibel ", erläutert Stodden. "Wir werden heute mit sehr kurzfristigen Trendänderungen konfrontiert. Sobald sich negative Indikatoren zeigen, wird die Auftragsvergabe verschoben. Dieses Verhalten unserer Kunden war früher nicht in dem Maße zu beobachten." So habe im Januar die Diskussion um den niedrigen Dollar-Kurs und im Februar die Sorge um die Stabilität der politischen Entwicklung in Deutschland dem hiesigen IT-Projektgeschäft geschadet. Eine Prognose über die Entwicklung des Geschäfts im laufenden Jahr fällt dem SBS-Manager daher schwer. Einzig das Outsourcing-Geschäft verspricht stabiles Wachstum, große Hoffnung setzt Stodden vor allem in das Business Process Outsourcing (BPO). Dafür wird SBS im Oktober dieses Jahres einen eigenen Geschäftsbereich etablieren, der für Dienstleistungen im HR- und Banking-Bereich auch auf Kapazitäten in Indien, der Türkei, Kanada und Russland zurückgreifen kann.

Generell strebt SBS an, internationale Ressourcen intensiver zu nutzen. Eine Zielmarke wieviel Prozent der Services in Offshore-Länder erbracht werden, wollte Stodden aber nicht nennen. (jha)