Partnerland Großbritannien

CeBIT erwartet Innovationen aus UK

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
CeBIT-Partnerland des kommenden Jahres ist das traditionsbewusste Großbritannien. Das soll sich jedoch ganz innovativ präsentieren, so die Hoffnung der Messegesellschaft.
Die Wirtschaftsminister Lord Green (links) und Oliver Lies unterzeichneten den Vertrag.
Die Wirtschaftsminister Lord Green (links) und Oliver Lies unterzeichneten den Vertrag.

"Big Data ist das Thema, das wir im kommendne Jahr zeigen wollen", so Oliver Frese, Vorstand der CeBIT, "aber der Begriff ist ja nicht mehr so neu." Aus diesem Grund hat sich die weltgrößte IT-Messe ein neues Buzzword einfallen lassen: "Datability", zusammengefügt aus Data und Ability (Bereitschaft, Fähigkeit), wobei laut Frese auch der Begriff Sustainability (Nachhaltigkeit) mitschwingt. Es gehe nicht nur darum, inwieweit die Unternehmen die Datenflut aus der mobilen Welt und der automatisierten Industrie für sich nutzen können, sondern auch darum, wie verantwortungsbewusst sie mit diesen Informationen umgehen.

Den Exkurs auf das CeBIT-Motto erlaubte sich Frese anlässlich der Präsentation des Partnerlands Großbritannien. Im feierlichen Rahmen unterzeichneten der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies und der britische Minister für Handel und Investitionen, Lord Green of Hurstpierpoint, den Vertrag, der die Kooperation zwischen der IT-Wirtschaft von England, Schottland, Wales und Nordirland sowie der Hannover-Messe besiegelt.

Wie Lord Green bestätigte, wird das Vereinigte Königreich einen nationalen Pavillion in der CeBIT-Halle 6 sowie eine britische Business-Lounge unterhalten. Er verwies auf die seit Georg I. stets engen Beziehungen zwischen dem Haus Hannover und dem britischen Empire.

Zurück an die Spitze der Innovation

Kurz vor der Unterzeichnung (von links): Minister Lies, CeBIT-Chef Frese und BITKOM-Vize Dietz
Kurz vor der Unterzeichnung (von links): Minister Lies, CeBIT-Chef Frese und BITKOM-Vize Dietz

Lies ergänzte die Perspektive der Tradition durch die der Innovation: Er habe sich früher am Tag in der Gründerszene von East London ("TechCity") umgeschaut. Auch mit Hilfe der britischen "Kreativwirtschaft" lasse sich die CeBIT hoffentlich "wieder dorthin bringen, wo sie hingehört: an die Spitze der Messen, die sich mit der Zukunft beschäftigen", so der Minister.

Aus Lies' Sicht haben Messen auch im Zeitalter der sozialen Medien eine Berechtigung: "Die Wirtschaft funktioniert nicht ohne persönlichen Kontakt." Hierin erhielt der Minister Bestätigung durch Karl-Heinz Streibich, Geschäftsführer der in Großbritannien sehr präsenten Software AG. Streibich bezeichnete die CeBIT als "den effektivsten Weg, unser Marketing-Budget auszugeben - auch wenn die Teilnahme nicht billig ist".

CeBIT-Vorstand Frese erwartet aus dem aktuellen Partnerland etwa 150 Aussteller; das wären dreimal so viele wie im vergangenen Jahr. Namen will Frese noch nicht nennen. Immerhin ließ er sich entlocken, dass Vodafone so gut wie sicher dabei sei. Auch mit Biritish Telecom sei man quasi handelseinig, allerdings fehlten noch die Unterschriften.

Neben der Halle 6 sind britische Aussteller vor allem auf den Partnerständen in den Hallen 12 (Security) und 9 (Research & Innovation) zu erwarten. "UK wird sich als innovative IT-Nation vor allem mit Startups präsentieren", so Frese: "Die CeBIT wird im kommenden Jahr so jung sein wie nie zuvor."

Das freut sicher auch Ulrich Dietz, Vizepräsident des Branchenverbands BITKOM und "Vater" des Gründerwettbewerbs Code-N. "Die CeBIT bietet sich als Fenster in die digitale Gesellschaft an," sagte er. Der BITKOM befürworte die Partnerschaft mit interessanten Ländern schon lange, erinnerte Dietz. England empfehle sich durch eine starke IT- und Finanzindustrie. Und nicht zuletzt könne die Partnerschaft helfen, die zuletzt etwas angespannten Beziehungen zwischen Deutschland und Großbritannien ("Stichwort Edward Snowdon") wieder zu entspannen.