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CeBIT: Cookie-Cooker und Datenmix wahren Privatsphäre

27.02.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Zwei neuartige Privacy-Systeme haben Informatiker der Technischen Universität Dresden entwickelt und zeigen sie in Hannover (Halle 11, D27). Der "Cookie-Cooker" tauscht so genannte Cookies mit anderen Internet-Nutzern aus. Dadurch vermischen sich die in den kleinen Dateien gespeicherten Informationen und werden so für professionelle Datensammler unbrauchbar. Verlangen Internet-Dienste eine Anmeldung über ein Cookie, dann kann das Tool Personen erfinden. Dabei wählt es nach einem Zufallsprinzip nötige Daten wie Namen, Wohnort und Passwort aus und merkt sich auch die verwendeten Identitäten, so die Entwickler.

Das Tool "JAP" soll alle Datenspuren im Internet verwischen. Dazu wählt sich der Surfer allerdings nicht direkt ins Netz ein, sondern über einen Anonymisierungsdienst. Dieser besteht aus mehreren hintereinander geschalteten Stationen, die die Dresdner Informatiker als "Mixe" bezeichen. Jeder Mix sammelt die Datenpakete mehrerer Nutzer, kodiert sie neu, sortiert sie um und schickt sie dann wieder ins Internet. Selbst wenn ein Beobachter alle Zugänge überwacht, verliert er den Überblick über zusammen gehörende Daten, meinen die Erfinder. Da die Mixe alle Datenpakete gleich groß schnüren, lassen sie sich auch nicht anhand ihres Umfangs verfolgen. Um es noch schwieriger für Datenschnüffler zu machen, erzeugen die Stationen zusätzlich leere Pakete. So könne nicht eindeutig festgestellt werden, wann ein Nutzer aktiv ist. Eine Vorabversion von JAP für Windows, Linux und Macintosh steht zum Downoad bereit. (lex)