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CeBIT: Bundesinnenministerium vergibt Preise beim E-Government-Wettbewerb

11.03.2005
Ausgezeichnet wurden unter anderem das Statistische Bundesamt, das Bundesamt für Wehrverwaltung und die Stadt Köln.

HANNOVER (COMPUTERWOCHE) - Auf der CeBIT kürten Göttrik Wewer, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, sowie Vertreter von Bearingpoint und von Cisco Systems in acht Politikfeldern Preisträger des seit fünf Jahren ausgerichteten "E-Government"-Wettbewerbs.

Ziel der zum fünften Mal ausgetragenen und unter der Schirmherrschaft von Bundesinnenminister Otto Schily stehenden Konkurrenz ist es, den Einsatz von Internet-Technologien für die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung in Deutschland zu stärken.

Insgesamt beteiligten sich 56 Behörden aus Bund, Ländern und Kommunen an dem Wettbewerb. Ausgezeichnet wurden vor allem Projekte, die am stärksten die Zusammenarbeit zwischen den Ebenen der Verwaltung und zwischen Regionen vorantreiben, die ferner aber auch zu Einsparungen in den Behörden und zu mehr Service für Wirtschaft, Politik und Bürger führen.

Im Politikfeld "Wirtschaft und Arbeit" setzte sich das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit dem Projekt "e.Statistik.core" durch. Hierbei werden statistische Unternehmensdaten aus dem betrieblichen Rechnungswesen automatisch generiert und an das Bundesamt übermittelt. Das Projekt wird im Juni 2005 an den Start gehen. (www.statistik.de oder www.destatis.de oder www.statspez.de)

Im Politikfeld "Polizei, Innere Sicherheit und Justiz" siegte das Bundessozialgericht. Dessen Projekt lautet auf den voluminösen Namen "ERV Entgegennahme und Übermittlung von elektronischen Dokumenten in Verfahren beim Bundessozialgericht". Im Rahmen des Elektronischen Rechtsverkehrs (ERV) sollen beim Bundessozialgericht prozessbezogene Informationen zwischen den Prozessbeteiligten einerseits und dem Gericht andererseits in elektronischer Form ausgetauscht werden. Die Kommunikation, Aktenführung und Archivierung wird auf diese Weise vereinfacht und beschleunigt, gerichtliche Verfügungen darüber hinaus verbessert.

In der Kategorie "Bildung, Wissenschaft und Forschung" obsiegte die Universität Bamberg, Campus Wissenschaftliche Weiterbildung Bayern (Cwwb). Mit dem Projekt "Vermarktung und Vertrieb von Dienstleistungen öffentlicher Anbieter im Internet" will das Cwwb das Angebot und die Nachfrage für Weiterbildungsaktivitäten der bayerischen Hochschulen bündeln. Die Hochschule ist hierbei für Anbieter sowohl Internet-Vertriebskanal als auch Kontakt- und Teilnehmerverwaltung. Heute nutzen bereits 29 Hochschulen dieses Portal. (http://www.cwwb.de)

Im Politikfeld "Staat und Gesellschaft" machte das Bundesamt für Wehrverwaltung das Rennen. Mit ihrer "vollständig prozessorientierten und IT-unterstützten Verwaltung (Kreiswehrersatzamt)" soll die Kommunikation zwischen künftigen Wehrpflichtigen und Bundeswehrbehörden via Internet erheblich erleichtert werden.

Beim Wettbewerbsthema "Infrastruktur (Verkehr, Transport, Bauen und Wohnen" wurde der Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung Hamburg und das Innenministerium Schleswig-Holstein für das Projekt "Geoserver" ausgezeichnet. Hier sollen raumbezogene Entscheidungen und Handlungen von Wirtschaft und Verwaltung vereinfacht und der Service für Bürger, Unternehmen und Verwaltungsangehörige verbessert werden. Geodaten, die 80 Prozent aller Entscheidungen in Wirtschaft und Verwaltung zugrunde liegen, sollen via Internet zur Verfügung gestellt werden. (www.geonord.de = Testzugang)

Beim Thema "Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz" siegte die Stadt Köln mit "Interact II". Gemeinsam mit dem Staatlichen Umweltamt Köln und Vertretern der örtlichen Großindustrie (Ford, Bayer und Degussa) sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen entwickelte die Stadt Köln das Online-Antragsverfahren Interact. Unternehmen sollen mit diesem Tool einen einheitlichen und schnelleren Zugang zu Genehmigungsverfahren erhalten unabhängig von der Art des Antrags und der Behördenzuständigkeit. (www.permitting.inplus.de)

Im Politikfeld "Soziales (Gesundheit, Rente, Soziales)" hat die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte bereits zum zweiten Mal in Folge den ersten Preis davon getragen, diesmal für das Projekt "E-Antrag". Hier werden Anträge auf Rente oder Rehabilitationen als PDF-Dokument online zur Verfügung gestellt. Antragsteller können also rund um die Uhr Daten komplett eingeben und an die Rentenversicherung einsenden. (www.bfa.de)

Schließlich gewann das Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensburg/Lippe in der Kategorie "Allgemeine Verwaltung" mit dem Projekt "D-OWL". Dieses E-Government-Gateway ist eine zentrale, technologische Plattform für die beteiligten Verwaltungen, die es ermöglicht, Verwaltungsprozesse über Verwaltungsgrenzen hinaus durchgängig zu gestalten. Alle IT-Prozesse für die Abwicklung von Verwaltungsprozessen werden in das Gateway integriert. (www.krz.de und www.ostwestfalen-lippe.de) (jm)