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CeBIT: Bitkom spricht von neuer Dynamik

18.03.2004

Mit einer insgesamt optimistischen Einschätzung der Situation der ITK-Branche hat sich der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) zum Auftakt der CeBIT zu Wort gemeldet. Demnach wird es in Deutschland im laufenden Jahr zu einem Wachstum von 2,5 Prozent kommmen. Für 2005 könnten die einschlägigen Hersteller und Dienstleister sogar mit einem Plus von 3,7 Prozent rechnen.

"Wir lassen uns keine grenzenlose Euphorie einreden, aber es gibt Anlass zu Optimismus", erklärte BITKOM-Präsident Willi Berchtold vor Journalisten in Hannover. Nach drei schwierigen Jahren spürten die Unternehmen erstmals steigende Nachfrage und verfügten über bessere Auftragsbestände. Die Branche übernehme hierzulande wieder "ihre Rolle als Konjunkturmotor". Bereits im Vorjahr sei es der deutschen ITK-Industrie mit einem Plus von 0,3 Prozent gelungen, die Trendwende einzuleiten. Mit der Prognose einer schwarzen Null habe man "eine Punktlandung" hingelegt, so Berchtold. Keinem anderen Marktforscher sei eine so präzise Vorhersage gelungen.

Im laufenden Jahr werde der deutsche ITK-Markt voraussichtlich auf ein Volumen von 131,4 Milliarden Euro kommen; 2005 dürften die Umsätze auf 136,8 Milliarden Euro steigen, erklärte der BITKOM-Präsident. Damit habe die Branche bereits jetzt wieder das Niveau des Rekordjahres 2001 erreicht: "Entgegen dem öffentlichen Eindruck eines kollektiven Niedergangs haben wir uns also einige Jahre seitwärts bewegt, und jetzt geht es wieder nach oben."

Wachstumstreiber seien, so der Berchtold, TK-Dienste, Software und IT-Services; die zum Teil zweistelligen Umsatzverluste im Markt für IT- und TK-Endgeräte der vergangenen Jahre wurden gestoppt. Besonders die TK-Dienste setzen ihr Wachstum nahezu unvermindert fort. Der BITKOM rechnet hier für 2004 und 2005 mit einem Plus von jeweils 4,3 Prozent auf 55,7 beziehungsweise 58,1 Milliarden Euro.

Ein spürbares Wachstum erkennen laut BITKOM auch die Softwareanbieter. Hatten sie im Vorjahr noch einen Umsatzrückgang um 1,5 Prozent hinnehmen müssen, sollen sich die Einnahmen in diesem Jahr um 2,5 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro und 2005 sogar um fünf Prozent auf dann 16 Milliarden Euro verbessern. Den Anbietern von IT-Services sei ebenfalls die Trendwende gelungen: Sie werden ihre Umsätze 2004 voraussichtlich um 1,7 Prozent auf 26,5 Milliarden Euro erhöhen, 2003 hatten sie noch einen Verlust von 0,7 Prozent gemeldet. Im kommenden Jahr prognostiziert der deutsche IuK-Dachverband dann eine Expansion um 3,9 Prozent auf 27,6 Milliarden Euro.

Erstmals erreichten auch die Hersteller von ITK-Geräten in diesem Jahr wieder die Nulllinie. Nach schwierigen Jahren stabilisiert sich der Markt mit 33,9 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau, hieß es. Die Verkäufe von Notebooks (plus 14 Prozent), Handhelds (plus zehn Prozent) und Multifunktionsgeräten (plus 18 Prozent) legen kräftig zu. Das gleicht die Umsatzrückgänge bei klassischen PCs (minus fünf Prozent), Druckern (minus 7,6 Prozent) und TK-Endgeräten (minus fünf Prozent) vollständig aus."Damit ist auch in diesem Segment die Talfahrt gestoppt", sagte Berchtold. Im kommenden Jahr sei hier sogar wieder mit einem "signifikanten Wachstum" um 2,2 Prozent auf 34,7 Milliarden Euro zu rechnen.

Letzteres gelte aber besonders für den Bereich digitaler Consumer Electronics, führte der BITKOM-Präsident weiter aus. Der Markt für digitale Produkte wie Flachbild- und Projektionsgeräte, Heimkino-Systeme, Digitalkameras und MP3-Player habe im vergangenen Jahr erstmals den Verkauf analoger Geräte überholt und werde 2004 hierzulande ein Volumen von 6,2 Milliarden Euro erreichen. Allein das Geschäft mit Digitalkameras legte 2003 um 52 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu und dürfte im laufenden Jahr weitere 150 Millionen Euro mehr in die Kassen der Hersteller spülen.

Wenig Anlass für Optimismus gibt es indes für den Arbeitsmarkt. Berchtold zufolge wird das zu erwartende Wachstum jedoch "allmählich zu einer Stabilisierung der Situation" beitragen, der Abbau von Arbeitsplätzen sei "weitgehend beendet". Wie der BITKOM in Hannover erneut bestätigen musste, kam es in den Jahren 2002 und 2003 in der hiesigen ITK-Branche zum Abbau von jeweils rund 30.000 Stellen. Per saldo beschäftige die Branche hierzulande derzeit rund 750.000 Menschen. Trotzdem würden bereits 29 Prozent der deutschen ITK-Unternehmen wieder einen Mangel an qualifizierten Fachkräften beklagen. (gh)