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CeBIT: BITKOM bestätigt Konjunkturprognose für 2003

11.03.2003
Nach einem Rückgang um zwei Prozent im Vorjahr rechnet Verbandspräsident Volker Jung für 2003 mit einer schwarzen Null.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Bundesverband Informationswirtschaft, Tele-kommunikation und neue Medien (BITKOM) e.V. hat seine Konjunkturprognose für 2003 auf seiner heutigen Jahrespressekonferenz in Hannover bestätigt. "Wir dürfen mit einer schwarzen Null rechnen", erklärte Vereinspräsident Volker Jung. Im vergangenen Jahr war der deutsche Markt für Informationstechnik und Telekommunikation um zwei Prozent auf 132 Milliarden Euro zurückgegangen. Heuer soll die Nachfrage laut BITKOM-Angaben um einen halben Prozentpunkt auf 132,6 Milliarden Euro wieder leicht steigen.

Für 2004 erwartet der Branchenverband bereits wieder ein Plus um drei Prozent auf 136 Milliarden Euro an - abhängig allerdings von der Entwicklung der weltpolitischen Lage und dem Kurs der Bundesregierung, die die Marktanalyse in diesem Jahr schwieriger als in der Vergangenheit machten. In Richtung Berlin erklärte Jung: "Unsere politischen Entscheider haben es selbst in der Hand, der Wirtschaft stabile, wachstumsfördernde Rahmenbedingungen zu geben." Man müsse - insbesondere im Arbeitsmarkt - weg von einer verteilungs- und hin zu einer angebotsorientierten Politik. Zudem forderte er die Einführung moderner Technologien in öffentlicher Verwaltung, Gesundheits- und Bildungswesen, durch die jährlich Milliardenbeträge eingespart werden könnten.

Positive Impulse erwartet sich Jung von der CeBIT. "E-Government, Sicherheitslösungen, Web Services, Breitbandanwendungen und UMTS werden im Mittelpunkt der Messe stehen", sagte der hauptberufliche Siemens-Manager. Natürlich sei die Branchenkrise auch an Hannover nicht spurlos vorbeigezogen. Die CeBIT stehe mit 6.500 Ausstellern auf 360.000 Quadratmetern Fläche aber weiterhin sehr gut da. "Ihre Rolle als weltweit führende Leitmesse hat die CeBIT nicht nur gehalten, sondern gestärkt", sagte der BITKOM-Präsident.

Der weltweite Markt für Informationstechnik und Telekommunikation ist nach Berechnungen des European Information Technology Observatory (Eito) im vergangenen Jahr um 1,2 Prozent gewachsen. Für 2003 wird ein Plus von 4,5 Prozent und für 2004 von 5 bis 6 Prozent erwartet. In Westeuropa liegen die Werte etwas niedriger: Nullwachstum in 2002, 2 bis 3 Prozent in diesem sowie 4 Prozent im kommenden Jahr. Weltweit setzt die ITK-Branche nach Eito-Schätzungen 2,25 Billionen Euro um. Deutschland ist hier immerhin drittgrößter Ländermarkt mit einem Weltmarktanteil von knapp 6 Prozent. Dass Deutschland an die internationalen Wachstumswerte nicht anschließen kann, begründet der BITKOM mit der allgemein trüben Konjunktur, Haushaltssperren im öffentlichen Bereich und für UMTS-Lizenzen vergeudeten 50 Milliarden Euro. (tc)