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CeBIT: Anwender bemängeln Output-Funktionen von ERP-Systemen

11.03.2005
Unternehmen sind unzufrieden mit ihren ERP-Systemen. Das Output-Management sei zu aufwändig und die generierten Daten ließen sich nur unzureichend verwenden.

HANNOVER (COMPUTERWOCHE) - Viele Unternehmen sind offenbar unzufrieden mit den Funktionen, die ihnen ihr ERP-System für die Erstellung und Formatierung von Rechnungen, Kundeninformationen, Berichten, Gehaltsabrechnungen oder Bestellungen bietet. Dies zumindest ergab eine aktuelle Umfrage des schwedischen Softwareherstellers Streamserve unter mehr als 400 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 100 Millionen Euro. So gaben rund 44 Prozent der Befragten an, das ihr ERP-System sie erheblich bei der Geschäftskommunikation behindere, für 33 Prozent traf dies zumindest teilweise zu.

Im Einzelnen beklagten sie, dass insbesondere die Prozesse für Geschäftsdokumente in dem traditionell als Output-Management bezeichneten Anwendungsgebiet zu aufwändig seien und die aus dem ERP-System generierten Daten sich nur unzureichend verwenden ließen. Ebenso bemängelte mehr als die Hälfte, dass sich ihrer Ansicht nach keine Daten aus verschiedenen Anwendungen mit unterschiedlichen Formaten in einem Dokument zusammenführen lassen. Die Gestaltung sei zudem zu unflexibel und lasse dem Benutzer wenig Spielraum für individuelle Wünsche.

Laut Michael Frauen, Geschäftsführer von Streamserve Deutschland, stehe man mit dem Thema Output-Management immer noch am Anfang. Dabei stecke hier ein erhebliches Potenzial für Kosteneinsparungen. Der Manager zitierte diesbezüglich eine Studie der Uni Frankfurt, nach den 40 Prozent aller befragten europäischen Unternehmen fünf bis 10 Euro pro Rechnung anfallen, bei drei Prozent waren es sogar 40 bis 50 Euro. Ein anderes Beispiel sei die Deutsche Post. Diese müssen im Kundenverkehr jährlich allein rund 500 000 Begrüßungsschreiben, Pin-Nummern etc. verschicken. Laut einer Kalkulation des Konzerns könnten durch eine Automatisierung und Integration der Abläufe etwa 5 Euro pro Schreiben gespart werden.

Die meisten Unternehmen würden heute beim Output-Management auf Eigenentwicklungen setzen. "Dies ist vor allem für Beratungshäuser ein gutes Geschäft". Allerdings würden ERP-Produkte wie etwa von SAP auch nur begrenzte Funktionen bieten, die vor allem aus einer früheren Übernahme des Softwarehauses Jetforms stammen. Mittlerweile sei die SAP aber dank einer Kooperation mit Adobe - Streamserve ärgsten Konkurrenten - dabei, ihr Angebot auszubauen. Laut Frauen habe sich das Thema Output-Management zudem weiterentwickelt. So sei das eigene Produkt "Streamserve" eine umfassende Integrations- und Management-Plattform für alle Aufgaben und dazugehörigen Prozesse in der Geschäftskommunikation "Fast wie eine Software für Enterprise Informationen Integration". Zudem könne das Unternehmen als Referenz rund 4200 Kunden vorzeigen, darunter die Bayer AG, Die Deutsche Post AG, Volkswagen, Bosch und E.On.(as)