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CeBIT: AMD peilt Marktanteil von 30 Prozent an

10.03.2006
Der weltweit zweitgrößte Mikroprozessorhersteller AMD will seinem Erzrivalen Intel weitere Marktanteile abjagen.

"Derzeit haben wir einen Marktanteil von etwa 21 Prozent bezogen auf die Stückzahlen", sagte der Geschäftsführer von AMD Deutschland, Jochen Polster, am Freitag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX auf der CeBIT in Hannover. "Ein Marktanteil von 30 Prozent scheint gar nicht so weit weg für AMD", betonte er. "Wir haben die Chancen genutzt, an Intel technologisch vorbeizuziehen ­ bei den neuen Prozessoren mit zwei Rechenkernen (Dual Core) und bei anderen Prozessoren." Im nächsten Jahr werde AMD noch leistungsfähigere Prozessoren mit vier Rechenkernen auf den Markt bringen.

Auch im Server-Bereich sei ein Marktanteil von 30 Prozent für AMD möglich. Dort kommt das US-Unternehmen nach eigenen Angaben derzeit auf einen Marktanteil von rund 16 Prozent weltweit. "Hier wachsen wir von Quartal zu Quartal", sagte der Manager. AMD setzt im Server-Bereich auf seine Opteron-Prozessorfamilie. Der Opteron kam im April 2003 auf den Markt. "Hier sind wir technologisch vor Intel", sagte Polster. "Der Opteron hat einen sehr viel geringeren Stromverbrauch ­ das macht viel aus bei der Kühlung in Rechenzentren." Unternehmen könnten damit ihre Stromkosten deutlich senken.

"Wir beschäftigen uns auch mit dem Geschäftsfeld Kleinere und Mittlere Unternehmen", sagte Polster. "Viele brauchen nur einen Server. Viele verwenden nur einen aufgerüsteten Desktop als Server. Hier gebe es aber auch Sicherheitsbedenken. AMD bringe kleinere Opterons auf den Markt, die speziell auf dieses Segment zielten. "Diese Unternehmen unterhalten zwar keine großen Rechenzentren, aber die Stückzahlen sind nicht unerheblich ­ vom Servermarkt sind das bestimmt 30 bis 40 Prozent", so der AMD-Manager.

Der Mikroprozessorhersteller sieht neben dem Servermarkt auch noch Ausbaumöglichkeiten. "Wir haben einen Markt, den wir noch stärker bearbeiten müssen: den Geschäftskunden-Bereich für Personal Computer (PC) und Notebooks. Im Verbraucherbereich sind wir gut in Fahrt." Im Geschäft mit Schreibtisch-Computern (Desktops) für Verbraucher habe AMD einen Marktanteil von 40 bis 50 Prozent weltweit. Wie das im Firmenkunden-Geschäft aussieht, sagte Polster nicht. Der Marktanteil bei tragbaren Computern im Verbraucher- und Firmenkunden-Geschäft liege bei 15 Prozent. Hier verzeichne AMD gute Wachstumsraten.

AMD versucht auch, mit dem US-Computerhersteller Dell zu kooperieren. "Bis auf einen benutzen alle großen Computerhersteller AMD jetzt auch im Firmenkunden-Bereich", sagte Polster. Dies seien Fujitsu Siemens, Hewlett-Packard, Acer, IBM oder Sun Microsystems. "Dell fehlt noch. Selbstverständlich reden wir mit Dell", erklärte der AMD-Manager. "Preise spielen eine Rolle, aber sie sind nicht alles. Dell ist nicht ganz einfach zu gewinnen." Der US-Computerhersteller setzt auf die Mikroprozessoren von Branchenprimus Intel. (dpa/tc)