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CeBIT ´99: CompuServe vor dem Start ins neue Millenium

22.03.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nachdem der Online-Dienst CompuServe in Deutschland zumindest organisatorisch mit America Online zusammengelegt wurde (CW Infonet berichtete), bemühen sich die Unterhachinger nun nach Kräften, ihre inhaltliche Eigenständigkeit zu betonen. Auf der hannoverschen Branchenschau präsentiert CompuServe seine neue Zugangssoftware "CompuServe 2000" (quasi baugleich mit AOL 4.0), die - obwohl noch im Endstadium des Betatests - in 150 000 Exemplaren unter das Volk gebracht wurde. Von der Mutterfirma AOL wurde auch der neue Dienst "CompuServe Instant Messenger" übernommen, mit dem sich Benutzer live und ohne Zeitverzögerung per Tastatur "unterhalten" können.

Seine Inhalte präsentiert der Online-Dienst in neuem Gewand: Die bisherige Zweiteilung in "Business Center" und "InfoCenter" mußte thematisch voneinander abgegrenzten Bereichen, sogenannten Channels, weichen (Ein Tip zum Reinschnuppern: Der Bereich "Recht und Steuern"). Die bereits seit Urzeiten des Dienstes bekannten Foren, die Datenbanken und alle Premium-Dienste sind endgültig im HTML-Format (Hypertext Markup Language) zugänglich.

Nachdem seit einiger Zeit auch in CompuServe die Einwahl zum Ortstarif mit sekundengenauer Abrechnung möglich ist (über das Netz von UUnet/MCI Worldcom), ist nur noch der Preis für CompuServe 2000 offen. Pressesprecher Stephan Naundorf erklärte, die Gebühr werde vermutlich bei knapp acht Mark pro Monat liegen. Diese niedrige Grundgebühr enthält dann allerdings nur eine Freistunde, jede weitere Online-Stunde soll mit knapp fünf Mark zu Buche schlagen.

Die CompuServe-2000-Software kommt zunächst nur in der Version für Windows 95/98 auf den Markt. Macintosh-Anwender müssen sich vorerst weiter mit der Version 3.04 begnügen (die übrigens endlich auch für Windows NT erhältlich ist). Hier liegt es nicht zuletzt an den Entscheidungen der US-Mutter, wann eine Anpassung der neuen Software für den deutschen Markt erfolgt. Übrigens: Auch Linux-User dürfen sich Hoffnung machen, irgendwann Zugriff auf die Inhalte des Dienstes zu erhalten. "Wir beobachten die Entwicklung bei Linux mit wohlwollendem Interesse", erklärte Naundorf. Wann allerdings mit einer CompuServe-Version für das Open-Source-Unix zu rechnen ist, steht doch noch in den Sternen.