Erich Lejeune träumt von der Weltmarktführerschaft

CE erwägt Fusion mit dem Wettbewerber ACG

21.09.2001
MÜNCHEN (CW) - Nach der Berufung des früheren ACG-Chefs Peter Bohn in den Vorstand der Consumer Electronic AG (CE) mehren sich die Gerüchte über eine geplante Fusion der beiden Chip-Broker.

Erich Lejeune, Gründer und Vorstandsvorsitzender des Chip-Brokers CE Consumer Electronic, hat öffentlich Interesse bekundet, mit dem direkten Wettbewerber ACG aus Wiesbaden Gespräche aufnehmen. ACG-Sprecher Markus Solibieda bestritt allerdings, dass es bereits offizielle Verhandlungen gebe. Sein Unternehmen würde aber ein Gesprächsangebot annehmen.

Anlass für Lejeune Offensive ist zum einen die Krise im Chipmarkt, unter der auch sein Unternehmen leidet, zum anderen der Antritt des Ex-ACG-Vorstandsvorsitzenden Peter Bohn Anfang nächsten Jahres in seinem neuen Job bei CE.

Ergebnis einer Verschmelzung der beiden Chip-Broker wäre einer der weltweit größten Halbleiterhändler mit einem Umsatz von mehr als 750 Millionen Euro. Damit könne Lejeune eigenen Angaben zufolge sein Ziel, Marktführer zu werden, schon im nächsten Jahr erreichen. CE wird in diesem Jahr voraussichtlich 358 Millionen Euro umsetzen, ACG erwartet Jahreseinnahmen von zirka 400 Millionen Euro. Ein knappes Drittel davon nehmen die Wiesbadener durch den Verkauf von Smartcards ein. Nach Ansicht von Analysten würden sich bei einer Fusion die Kunden der Unternehmen gut ergänzen: CE beliefert mit seinen Chips vor allem die Automobilindustrie und Hersteller von Unterhaltungselektronik, rund 70 Prozent der Einnahmen kommen aus den USA. ACGs Kunden stammen dagegen vorwiegend aus der TK- und Computerbranche.

Mit der Berufung von Peter Bohn in den CE-Vorstand hat der Münchner Chip-Broker jetzt gute Voraussetzungen für Verhandlungen mit seinem Konkurrenten geschaffen. So erhält Lejeune durch Bohns Management-Tätigkeit einen Einblick in die Aktivitäten von ACG.