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CE Consumer greift zum Rotstift

01.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Münchner Chipbroker CE Consumer AG leitet nach der geplatzten Fusion mit dem Konkurrenten Azego (Computerwoche.de berichtete) ein weit reichendes Restrukturierungsprogramm ein. Um die Kostenstruktur anzupassen, soll unter anderem die Belegschaft verkleinert und der Vorstand auf zwei Mitglieder halbiert werden. Künftig werde das Unternehmen von Christopher DeNisco als CEO geleitet, teilte CE Consumer mit. Der bisherige Vorstandschef Friedrich Rettenberger zeichnet als gleichberechtigter Vorstand für die Finanzen verantwortlich, während die bisherigen Vorstände Michael Negel und Michael Wood nach ihrem "freiwilligen" Rücktritt nur noch das Direkt-Brokerage-Geschäft, beziehungsweise die E-Commerce-Aktivitäten leiten. Außerdem werden die fixen Vorstandsbezüge um insgesamt 23 Prozent gesenkt werden.

Um die konzernweiten Personalkosten (ohne Vorstand) um 14 Prozent zu drosseln, will CE Consumer Gehaltskürzungen vornehmen und bis zu 30 der weltweit rund 500 Arbeitsplätze streichen. Der Abbau soll vorwiegend in Nord- und Südamerika stattfinden. Gleichzeitig planen die Münchner, einzelne Tochtergesellschaften in Lateinamerika zu verkaufen.

CE Consumer geht davon aus, dass die Betriebskosten bei einer zügigen Umsetzung der Maßnahmen im laufenden Jahr um einen einstelligen Millionenbetrag sinken werden. Bei stabilem Marktumfeld sei somit die Basis für eine wesentliche Verbesserung des operativen Ergebnisses in 2005 gelegt, erklärten die Münchner. Die Vergleichswerte aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr will CE Consumer am 31. März vorlegen. (mb)