América-Móvil-Aktie fällt

Carlos Slim will KPN-Beteiligung aufstocken

09.05.2012
Nach dem Angebot des Mobilfunkgiganten América Móvil (AMX), seine Beteiligung an der E-Plus-Mutter KPN aufzustocken, sind die Aktien des mexikanischen Unternehmens um 8,03 Prozent eingebrochen.
Carlos Slim Helú, laut "Forbes" derzeit reichster Mann der Welt
Carlos Slim Helú, laut "Forbes" derzeit reichster Mann der Welt
Foto: Agencia Brasil (CC BY-3.0)

América Móvil will für 2,6 Milliarden Euro die Beteiligung an dem niederländischen Telekom-Konzern von knapp unter 5 Prozent auf 28 Prozent ausbauen. América Móvil wird von dem mexikanischen Magnaten Carlos Slim (72) kontrolliert, der mit einem geschätzten Vermögen von 69 Milliarden Dollar die aktuelle Milliardärsliste des Magazins "Forbes" anführt.

Die Mexikaner hatten am Montagabend ein Angebot von acht Euro je KPN-Aktie angekündigt. Dies ist ein Aufschlag von 23,5 Prozent auf den Schlusskurs von Montag. Die Aktie schoss bis Dienstagmittag um gut ein Fünftel auf 7,78 Euro hoch. Das Papier befindet sich seit Jahren im Niedergang. Allein seit Anfang April war der Kurs von knapp 8 Euro bis auf 6,40 Euro gesunken. KPN teilte zunächst mit, dem Angebot "leicht positiv" gegenüberzustehen. Später hieß es jedoch, KPN halte den Preis für zu niedrig und erwarte weitere Klarstellungen über die Absichten der Mexikaner.

América Móvil geht davon aus, dass die Behörden die Offerte genehmigen. Sobald dies erfolgt ist, soll das Gebot offiziell rausgehen. Dies werde für Anfang Juni erwartet, hieß es in einer Pflichtmitteilung an die mexikanische Börse.

Die Mexikaner streben demnach eine langfristige Beteiligung an. Eine weitere Aufstockung jenseits der anvisierten 28 Prozent sei aber nicht geplant. Dies sei die erste große Investitionen außerhalb des amerikanischen Kontinents, sagte Finanzchef Carlos Garcia-Moreno. Er verspreche sich davon langfristig hohe Renditen.

KPN-Chef Eelco Blok muss wie viele Kollegen sparen.
KPN-Chef Eelco Blok muss wie viele Kollegen sparen.
Foto: KPN

KPN hat neben dem Telekomnetz in den Niederlanden auch ein starkes Mobilfunk-Geschäft mit Marken wie E-Plus und Base in Deutschland sowie in Belgien. Der Konzern hat mit den gleichen Problemen wie andere europäische Telekommunikations-Anbieter zu kämpfen: Kunden wandern zu Online-Telefoniediensten ab und verschicken kostenlose Textbotschaften über mobile Anwendungen.

KPN-Chef Eelco Blok steuert mit einem Sparprogramm gegen. Für die zweite Jahreshälfte stellte er wieder mehr Gewinn in Aussicht, getrieben durch eine bessere Entwicklung im zuletzt schwächelnden Heimatmarkt. (dpa/tc)