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Proxy-Fight

Carl Icahn drängt Yahoo! wieder in Richtung Microsoft

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Der neue Yahoo!-Großaktionär Carl Icahn will den Verwaltungsrat des Internet-Konzerns mit zehn eigenen Kandidaten kapern.

Dies berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider. Ziel von Icahn ist demnach, Yahoo! zu einer Wiederaufnahme der Übernahmegespräche mit Microsoft zu bewegen. Yahoo! und Microsoft waren sich zuvor nicht einig geworden, nachdem Yahoo! das Angebot des Redmonder Konzerns als zu niedrig abgelehnt und Microsoft eine deutliche Aufstockung abgelehnt hatte.

Icahn wolle noch heute eine Liste mit zehn Kandidaten aufstellen, die er im Yahoo!-Board unterbringen möchte. Darunter sei auch der frühere Viacom-Chef Frank Biondi, mit dem der streitbare Milliardär schon in der Vergangenheit bei sogenannten Proxy Fights zusammengearbeitet hatte.

Verschiedene andere Großaktionäre von Yahoo! hatten sich darüber geärgert, dass die Übernahme durch Microsoft nicht zustande kam. Einige von ihnen hätten sich nun an Icahn gewandt und ihn gebeten, aktiv zu werden. Der Großinvestor hatte rund 50 Millionen Yahoo!-Aktien gekauft, nachdem Microsoft sein Angebot zurückgezogen hatte. Allerdings hat Microsoft Icahn gegenüber kein Interesse an neuen Übernahmegesprächen mit Yahoo! geäußert. Icahn entschied sich trotzdem, seinen Proxy Fight durchzuziehen, da er einen Deal für beide Unternehmen als vorteilhaft ansieht.