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Cardiff und Adobe pushen "elektronisches Papier"

12.01.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Cardiff Software und Adobe wollen gemeinsam papierbasiertes und elektronisches Dokumenten-Management näher zusammenbringen. Mit "Teleform PDF+Forms" bietet Cardiff nun eine umfassende Formular-Management-Lösung auf der Basis von Adobes populärem Portable Document Format (PDF) an. Die Software ermöglicht das nahtlose Zusammenspiel von elektronischen und papierenen Formularen. Mit ihr und dem "Acrobat"-System von Adobe können Formulare elektronisch gestaltet und in Form von PDF-Dokumenten von den Anwendern am Bildschirm ausgefüllt werden. Alternativ dazu kann ein Formular auch eins zu eins ausgedruckt, handschriftlich ausgefüllt und nachträglich per Scanner nahtlos in den elektronischen Dokumentenprozess zurückgeführt werden. Eine Besonderheit von PDF+Forms ist die völlige Übereinstimmung von digitalem

und gedrucktem Formular – damit ist das System herkömmlichen HTML-Formularen überlegen.

Cardiff hatte zunächst auch Microsoft mit seiner "Cleartype"-Technologie als Partner erwogen. Für Adobe sprach aber nicht zuletzt die weite Verbreitung des PDF-Formats und des zur Darstellung nötigen "Acrobat Readers". Microsoft steht mit seinem "Microsoft Reader" noch ganz am Anfang der Entwicklung eines digitalen Dokumenten-Systems. Nach Aussagen von Cardiff-Manager Weidemann befand man Cleartype nicht nur wegen der geringen Verbreitung für unterlegen. Cleartype habe auch technische Nachteile, da es bisher ausschließlich für Pocket-Reader und Handhelds mit Flüssigkristall-Bildschirmen entwickelt wurde. Auf herkömmlichen Kathodenstrahl-Bildschirmen sei es nicht zu gebrauchen, so Weidemann. Offenbar zielt Microsoft mit seinem Reader vorrangig auf den Markt für digitale Bücher ab. Die Redmonder haben zwar auch einen Reader für herkömmliche PCs angekündigt, geben als Erscheinungstermin aber vage das "kommende Jahr" an.