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Capgemini leidet unter Sonderkosten und schwachem US-Geschäft

09.09.2004

Der französische IT-Dienstleister Capgemini meldet für das erste Halbjahr 2004 rückläufige Einnahmen und einen höheren Verlust als im Vorjahreszeitraum. Wie das Unternehmen bekannt gab, drehte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) gegenüber der ersten Jahreshälfte 2003 von plus 81 Millionen auf minus 20 Millionen Euro – die Analysten hatten im Schnitt mit einem operativen Profit von rund 30 Millionen Euro gerechnet. Unter dem Strich weitete sich der Fehlbetrag von 90 Millionen auf 135 Millionen Euro aus. Die Schuld an dem Einbruch gibt Capgemini unter anderem den hohen Aufwendungen für die Teilnahme an Ausschreibungen für Großaufträge. Als Resultat der Bemühungen habe sich aber gleichzeitig der Auftragsbestand zu Ende Juni mit 12,6 Milliarden Euro im Jahresvergleich mehr als verdoppelt, angetrieben durch den 3,5 Milliarden Dollar schweren Outsourcing-Vertrag mit dem amerikanischen Versorgungsunternehmen TXU im April

(Computerwoche.de berichtete).

Gleichzeitig seien im Berichtszeitraum rund 80 Millionen Euro an Gebühren für Fristüberschreitung bei Aufträgen aus den Jahren 2001 und 2002 gezahlt worden, teilte das Unternehmen mit. Weitere 30 Millionen Euro Kosten fielen im Zuge der Namensänderung und der darauf folgenden Werbekampagne an. Zusätzlich führte Capgemini an, dass die operative Marge im US-Geschäft und – mit Einschränkungen – in Großbritannien gesunken sei.

Der Umsatz ging im Jahresvergleich um 1,8 Prozent auf 2,97 Milliarden Euro zurück, bei stabilen Wechselkursen wären die Erlöse sogar um 7,1 Prozent gesunken. Gegenüber dem zweiten Halbjahr 2003 konnten die Franzosen jedoch ihre Einnahmen um 8,8 Prozent verbessern. Laut Capgemini machte sich dabei das Engagement im Bereich Outsourcing bezahlt. Das Integrations- und Servicegeschäft sei dagegen weiterhin einem starken Preis- und Konkurrenzdruck ausgesetzt gewesen, nicht zuletzt durch Offshore-Anbieter. Im Beratungsgeschäft deute sich allmählich eine Rückkehr zu neuem Wachstum an, so das Unternehmen. Zeichen dafür seien insbesondere die anziehende Nachfrage und Stabilisierung der Preise. Positiv bewertete Capgemini auch die Leistung der neuen Sparte Sogeti-Transiciel, die 17 Prozent zu den Gesamteinnahmen beisteuerte. (mb)