King top, Zynga Flop

"Candy-Crush"-Firma schlägt "Farmville"-Macher

13.02.2015
Ein "One Hit Wonder" reicht für dauerhaften Erfolg meist nicht. Dass das im Geschäft mit Online- und Smartphone-Spielen nicht anders als in der Musik-Industrie ist, zeigen derzeit die Firmen King und Zynga.

Licht und Schatten in der Welt der Onlinespiele-Entwickler: Während Zynga nach dem Hit "Farmville" kriselt, löst sich Rivale King Digital zunehmend vom Erfolgsbringer "Candy Crush". Das schlägt sich auch deutlich in den Geschäftszahlen nieder, die beide Unternehmen am Donnerstag vorlegten.

Bei King sprudeln weiter die Einnahmen: Die Firma verdiente im vierten Quartal 141 Millionen Dollar (124 Millio Euro). Das war zwar etwas weniger als im Vorjahreszeitraum, aber erheblich mehr als Analysten angenommen hatten. Im Gesamtjahr 2014 blieben 575 Millionen Dollar in der Kasse hängen.

Candy Crush hatte King bekannt gemacht; inzwischen macht sich die Firma davon immer unabhängiger.
Candy Crush hatte King bekannt gemacht; inzwischen macht sich die Firma davon immer unabhängiger.
Foto: King

Dr Umsatz ging zuletzt um sieben Prozent auf 560 Millionen Dollar zurück. Doch bei Anlegern kam sehr gut an, dass ein Großteil der Einnahmen mittlerweile nicht mehr mit der "Candy Crush Saga" gemacht wird. Durch das bekannte Smartphone-Game war das Unternehmen groß geworden, doch inzwischen nimmt die Popularität spürbar ab.

Die King-Aktie schoss nachbörslich um gut 19 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen gab auch bekannt, die Firma Z2Live aus Seattle zu kaufen, Entwickler der Spiele "Battle Nations" und "MetalStorms". Die Londoner bauen sich so ein Standbein in den USA auf. Sie zahlen dafür 45 Millionen Dollar in bar und weitere bis zu 105 Millionen Dollar je nach der künftigen Geschäftsentwicklung.

Deutlich weniger erfreulich läuft es bei Zynga. Im vierten Quartal stieg der Verlust zum Vorjahr von 25 Millionen auf 45 Millionen Dollar (39 Millionen Euro). Im Gesamtjahr 2014 büßte der "Farmville"-Erfinder 226 Millionen Dollar ein. Der Umsatz legte zum Jahresende um neun Prozent auf 193 Millionen Dollar zu. Damit konnte immerhin die Talfahrt der Vorquartale gestoppt werden.

Die Erwartungen der Analysten wurden dennoch verfehlt. Zudem enttäuschte auch der Geschäftsausblick. Die Aktie stürzte nachbörslich um mehr als zehn Prozent ab. Zynga ist mit Online-Spielen wie "Farmville" oder "Cityville" bekannt geworden, schafft es aber - anders als King Digital - nicht, an den Erfolg mit weiteren Hits anzuknüpfen. (dpa/tc)