Online-Spiele

"Candy-Crush"-Erfinder schlägt Vorreiter Zynga

07.11.2014
Im Geschäft mit Online- und Smartphone-Spielen droht schnell der Abstieg, wenn keine neuen Hits gelingen. Während der Pionier Zynga bisher nicht an den Erfolg von "Farmville" anknüpfen konnte, findet der Rivale King ein Leben nach seiner Geldmaschine "Candy Crush".

So unterschiedlich kann es laufen im Geschäft mit Online- und Smartphone-Spielen: Der "Farmville"-Erfinder Zynga schreibt einen hohen Verlust nach dem anderen - und beim jungen Rivalen hinter "Candy Crush" klingeln die Kassen. Die Firma King Digital Entertainment verdiente auch nach einem Gewinnrückgang von 38 Prozent noch knapp 141,7 Millionen Dollar. Bei Zynga lief dagegen ein Verlust von gut 57 Millionen Dollar auf. Seit Jahresbeginn häufte der Branchenpionier damit ein Minus von fast 181 Millionen Dollar an.

King wurde mit Candy Crush bekannt.
King wurde mit Candy Crush bekannt.
Foto: King Digital Entertainment

Der Unterschied liegt vor allem darin, dass es King gelingt, das sinkende Interesse an seinem großen Hit "Candy Crush" mit Erlösen aus neuen Games abzufedern. Zynga gelingt es hingegen seit Jahren nicht, an den Erfolg des Facebook-Spiels "Farmville" anzuknüpfen.

Zwar sank der Umsatz bei King im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 514 Millionen Dollar. Auslöser waren die Einbußen bei "Candy Crush". Zugleich wuchsen die Erlöse aus anderen Spielen binnen eines Jahres von knapp 100 auf 264 Millionen Dollar, wie King nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte.

Die King-Spiele sind grundsätzlich kostenlos, aber Extras kosten Geld. Bei "Candy Crush" etwa, wo es darum geht, virtuelle Süßigkeiten in der richtigen Reihenfolge abzuräumen, kann man sich ein schnelles Weiterkommen in schwierigen Spielabschnitten erkaufen. Die Zahl monatlich aktiver Nutzer stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 37 Prozent auf 495 Millionen. In den vergangenen drei Monaten kamen zehn Millionen Spieler dazu.

Zynga-Gründer Mark Pincus und CEO Don Mattrick
Zynga-Gründer Mark Pincus und CEO Don Mattrick
Foto: Zynga

Zynga kann hingegen den Kundenschwund weiterhin nicht stoppen. Die Zahl der Nutzer sank auf 112 Millionen von 130 Millionen noch drei Monate zuvor. Der Umsatz fiel im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 176,6 Millionen Dollar. Damit verlangsamte sich die Talfahrt allerdings nach schärferen Rückgängen in vergangenen Quartalen. Die Aktie legte nachbörslich um fast sieben Prozent zu. Dabei rechnet Zynga für das laufende Quartal mit einem weiteren Verlust zwischen 34 und 51 Millionen Dollar.

Firmenchef Don Mattrick räumte in einer Telefonkonferenz ein, dass eine überarbeitete Neuauflage des wichtigen Spiels "Zynga Poker" bei den Nutzern schlecht ankam. Das Spiel ist mit gut einem Fünftel der Online-Erlöse im vergangenen Quartal einer der zentralen Geldbringer. Wichtiger war nur "Farmville 2" mit einem Anteil von 27 Prozent. (dpa/tc)