Münchener Businessplan-Wettbewerb 199798 beeendet

Call-Center-Outsourcing als beste Geschäftsidee ausgezeichnet

03.07.1998

Der Münchener Businessplan-Wettbewerb, der nach seiner Premiere im Vorjahr dieses Mal unter der Projektleitung des Förderkreises Neue Technologien e.V. (FNT) stand, hat sich in der bayerischen Landeshauptstadt bereits zu einer Art Institution etabliert und findet bundesweit Nachahmer. Wie Projektleiter Constantin Freiherr von Hodenberg auf der Prämierungsfeier betonte, sind bei der Existenzgründer-Initiative des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, der Münchener Hochschulen sowie namhafter Sponsoren (unter anderem BMW, Deutsche Bank, Microsoft und Siemens) jedoch nicht "Technologietüftler" gesucht, sondern "wirkliche Business-Pioniere", die ihre pfiffige Geschäftsidee in der Praxis rasch umsetzen wollen.

In Stufe 3 des diesjährigen Wettbewerbs, bei dem es um die Aufstellung eines detaillierten Geschäftsplans ging, wurden insgesamt 102 Business-Konzepte eingereicht. 73 Prozent der Ideen kamen aus dem unternehmerischen Umfeld, bei 27 Prozent stammten die Initiatoren aus dem Hochschulbereich. Wie in den vorherigen Runden dominierten unter den Gründungskonzepten die Produkt- (66 Teams) vor den Dienstleistungsideen (36 Teams). Etwa ein Fünftel der eingereichten Geschäftsideen ist dem Softwarebereich zuzuordnen.

30 Mitarbeiter sollen beschäftigt werden

Sieger des zweiten Münchener Businessplan-Wettbewerbs wurde das Team ICS Interactive Communication Services, dessen Initiatoren Christian Oberbauer und Heiko Altmann bereits Preisträger in der zweiten Runde waren. Ihre Geschäftsidee eines Call-Center-Outsourcing- und Telemedien-Service wurde mit 30 000 Mark ausgezeichnet. Inhalte des momentan noch auf dem Reißbrett existierenden ICS-Angebots sind Backup- und Remote-Funktionen eines Call-Centers sowie aktives und passives Telefon-Marketing und Datenbank-Management. Der Startschuß für das Unternehmen soll in Kürze fallen.

Branchenexperten schätzen das Marktpotential für entsprechende Outsourcing-Services derzeit europaweit auf rund 800 Millionen Mark, in den kommenden Jahren soll dieser Markt sogar auf ein Volumen von 1,2 Milliarden Mark steigen. Im ersten Geschäftsjahr kalkulieren die beiden Entrepre- neure 1,7 Millionen Mark Umsatz, für das Folgejahr ist bereits ein Quantensprung auf 20,5 Millionen Mark geplant. Bis zum Jahr 2003 wollen die Newcomer etwa 30 Mitarbeiter beschäftigen.