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Caldera rutscht tiefer ins Minus

28.02.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die US-Softwareschmiede Caldera International hat in ihrem ersten Geschäftsquartal einen Nettoverlust von elf Millionen Dollar oder 19 Cent je Aktie ausgewiesen. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte das Defizit bei 9,8 Millionen Dollar oder 25 Cent pro Anteilschein gelegen. Das jüngste Ergebnis wurde unter anderem durch außergewöhnliche Sonderposten wie Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 5,3 Millionen Dollar belastet. Auch wenn der einstige reine Linux-Anbieter die Gewinnzone noch nicht erreichte, so konnte er doch seinen Umsatz im ersten Geschäftsquartal deutlich steigern: Die Einnahmen beliefen sich auf knapp 18 Millionen Dollar und damit auf 17 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Verantwortlich für den enormen Anstieg war vor allem der Umsatz mit den zwei Unix-Versionen, die Caldera im vergangenen Jahr von Tarantella (vormals Santa Cruz Operation) eingekauft hatte.

Im laufenden zweiten Geschäftsquartal, das am 30. April endet, rechnet Caldera mit einem Umsatz von 16 bis 18 Millionen Dollar sowie einer Bruttomarge von 58 Prozent. Die operativen Kosten sollen um drei bis fünf Prozent sinken. Im gesamten Geschäftsjahr 2002 will die Softwareschmiede Einnahmen von 68 bis 72 Millionen Dollar erzielen.

Zudem kündigte Caldera an, einen umgekehrten Aktiensplitt im Verhältnis von vier zu eins vornehmen zu wollen. Das Unternehmen will dadurch ein Delisting von der Nasdaq vermeiden, das ihm aufgrund seines niedrigen Aktienkurses droht. Die Softwerker zeigten sich zuversichtlich, dass die Anleger den Aktiensplitt befürworten werden. Diese ahnten jedoch bereits vor der nachbörslichen Veröffentlichung der jüngsten Caldera-Zahlen nichts Gutes und sorgten für weitere Kursverluste: Das Caldera-Papier sank am gestrigen Mittwoch um 11,4 Prozent und notierte bei 0,62 Dollar. (ka)