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Cable & Wireless verkauft Bulldog-Kunden

04.07.2006
Von DSL-Angeboten der Konkurrenz unter Druck gesetzt, sieht sich der Carrier nach einem Käufer für den Endkundenstamm seiner Breitbandsparte um.

Cable & Wireless (C&W) hatte bereits im vergangenen Monat angekündigt, sich aus dem Segment zurückzuziehen und DSL-Verbindungen für kleine Firmen und Privatkunden nicht länger aktiv zu vermarkten. Statt dessen werde sich Bulldog künftig auf das Wholesale-Geschäft mit Internet-Service-Providern (ISP) sowie auf Dienste für Großkunden konzentrieren.

Nachdem Konkurrenten wie Carphone Warehouse und Orange kostengünstige Bündelangebote bestehend aus Mobilfunk und DSL-Zugang auf den Markt gebracht haben, scheint das C&W-Management sein Interesse am Endkundengeschäft gänzlich verloren zu haben: "Wir suchen nach einem Internet-Provider, der Bulldogs Endkundenstamm übernimmt", kündigte das Londoner Unternehmen an. Der Schritt decke sich laut C&W mit der Strategie für Großbritannien, die größten Nutzer von TK-Diensten im Land und international mit IP-basierenden Diensten zu versorgen - sowie mit der jüngsten Ankündigung, die Anschlüsse für die letzte Meile auch anderen Carriern zur Verfügung zu stellen. Außerdem werde die Beziehung zu Wholesale-Kunden verbessert, da C&W mit ihnen nicht länger in Konkurrenz trete. Das Management geht davon aus, dass der Verkaufsprozess einige Monate dauern wird. Davon abgesehen fragen sich Marktbeobachter, wer überhaupt Geld für die knapp 120.000 Privatkunden ausgibt.

C&W hatte vor rund zwei Jahren 34 Millionen Euro für den Kauf von Bulldog Communications bezahlt. Im weiteren Verlauf investierte der Carrier mehr als 320 Millionen Euro in das Startup. Das Geld floss in Werbekampagnen und den weiteren Ausbau der Netzinfrastruktur von Bulldog: Ende März zählte das Unternehmen bereits 411 entbündelte Anschlussknoten, bis September sollten es 800 werden. (mb)