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Caatoosee greift nach dem rettenden Strohhalm

12.10.2004

Die finanziell angeschlagene Caatoosee AG hofft nach einem erneuten Verlust im Geschäftsjahr 2003/04 (Ende: 31. März) auf einen Einstieg des zum Jenoptik-Konzern gehörenden Gebäudedienstleisters M+W Zander. Wie der Software- und IT-Serviceanbieter aus dem schwäbischen Leonberg bekannt gab, prüfe M+W Zander derzeit, seine IT-Tochter Teraport GmbH im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung in Caatoosee einzubringen. Nach derzeitigem Stand würde M+W Zander anschließend rund 70 Prozent der Anteile an dem Softwarespezialisten halten.

Caatoosee zufolge würden sich die Produktportfolios und Märkte der beiden Unternehmen ergänzen: Die Teraport GmbH bündelt die IT-Aktivitäten von M+W Zander und ist als IT-Beratungs-, Service- und Outsourcing-Unternehmen vor allem im Engineering-Umfeld tätig. Sie beschäftigt zirka 80 Mitarbeiter und arbeitete bei einem Umsatz von 22 Millionen Euro in 2003 profitabel.

Voraussetzung für den Deal ist jedoch die Zustimmung der Hauptversammlung von Caatoosee, des Aufsichtsrates der M+W Zander Holding sowie des Bundeskartellamts. Außerdem verlange der Investor von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), im Zuge der Sanierungsbefreiung von der Verpflichtung zur Abgabe eines öffentlichen Kaufangebots an alle Aktionäre entbunden zu werden, teilte Caatoosee mit.

Caatoosee hat im vergangenen Geschäftsjahr einen weiteren hohen Verlust und einen Umsatzrückgang verbucht: Die Einnahmen schrumpften gegenüber dem Vorjahr von 40,2 Millionen auf 25,8 Millionen Euro. Als Nettoergebnis fiel ein Fehlbetrag von 24,8 Millionen oder 1,40 Euro pro Aktie an, nach einem Minus von 26,7 Millionen beziehungsweise 1,53 Euro je Anteil im vorangegangenen Geschäftsjahr. Dabei nahm Caatoosee Firmenwertabschreibungen in Höhe von insgesamt 13,7 Millionen Euro vor. Gleichzeitig fielen im Zusammenhang mit der Reduzierung von 707 auf 459 Mitarbeiter hohe Restrukturierungskosten an.

Nachdem der Verlust zum Ende des Geschäftsjahres 2003/04 die Hälfte seines Grundkapitals übersteigt, muss Caatoosee nun eine Hauptversammlung einberufen. Wie das Unternehmen bekannt gab, verfügte es am 31. März über zwei (Vorjahr: 28,3) Millionen Euro Eigenkapital. Das Gesamtvermögen belief sich auf 19,6 Millionen Euro, verglichen mit noch 55,3 Millionen Euro ein Jahr zuvor. (mb)