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CA zahlt Sam Wyly zehn Millionen Dollar

25.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Als wir gestern über das Gentleman's Agreement zwischen Computer Associates (CA) und Sam Wyly/Ranger Governance berichteten, lag uns nur die offizielle Pressemitteilung von CA als Quelle vor. Inzwischen sind weitere Details bekannt: Milliardär Wyly erhält von der Softwarefirma aus Islandia, New York, zehn Millionen Dollar dafür, dass er fünf Jahre lang von weiteren Übernahmeversuchen absieht.

"Es ist seltsam, wenn man zur Untermauerung seines Bekenntnisses zu Corporate Governance einen unbequemen Investor mit Geld ruhigstellt", klagt Pat McGurn von der Anlegerberatung Institutional Shareholder Services (ISS), die Wyly im vergangenen Jahr bei seiner Attacke auf den CA-Vorstand unterstützt hatte. "Dies sagt über CA genauso viel aus wie über Sam Wyly. Mir wäre es lieber, CA hätte die zehn Millionen als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet." Ted White, Director beim kalifornischen Pensionsfonds Calpers (verwaltet 5,76 Millionen CA-Anteile), bezeichnete die Einigung als "Ärgernis" für die Anleger.

Die Zehn-Millionen-Dollar-Zahlung ist offiziell eine Verlängerung eines auf zwei Jahre befristeten "Nichtangriffspakts", den Wyly nach dem Verkauf seiner Firma Sterling Software an CA für knapp vier Milliarden Dollar im März 2000 unterzeichnet hatte. (tc)