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CA World: Ingres wird Open Source

25.05.2004

Computer Associates (CA) hat angekündigt, sein Engagement im Bereich Open Source und Linux zu verstärken. Als Beweis der Ernsthaftigkeit dieses Entschlusses wird der Hersteller seine relationale Datenbank "Ingres" der Open-Source-Community frei zur Verfügung stellen. "In 90 Tagen kann sich jeder Ingres von unserer Web-Seite www.ca.com/opensource laden", erklärt Mark Barrenechea, Senior Vice President Product Development bei CA. Die Nutzung erfolgt dem Manager zufolge im Rahmen der eigens geschaffenen "CA Trusted Open Source Licence" (CA-TOSL), die derzeit der Open Source Initiative (OSI) vorliegt, die über den Status als "Certified Open Source" entscheidet. Das Lizenzmodell sieht vor, dass Änderungen, die Benutzer der Datenbank entwickeln, wieder in die gemeinsame Arbeit einfließen lassen.

CAs Chief Technology Officer (CTO) Yogesh Gupta kommentierte die Ankündigung: "Open Source ist eine Bewegung, die nicht ignoriert werden kann. Wir befürworten Open Source und wollen eng mit der Community zusammenarbeiten." Aus diesem Grund hat der Hersteller mit dem "Kernel General Event Manager" (KGEM) der Linux-Community eine Erweiterung des Linux-Kernels übergeben. KGEM soll Schnittstellen für Management- und Sicherheitsfunktionen direkt innerhalb des Kernels bereitstellen. Laut CA haben IBM und Hewlett-Packard (HP) bereits ihre Unterstützung für die Erweiterung angekündigt.

Mit Open Source hat auch ein weiteres Produkt zu tun, das auf der CA World im Rahmen der neuen Strategie "Information Lifecycle Management" des Herstellers neu vorgestellt wurde. Auf Basis der Open-Source-Technik "Plone" und "Brightstor Portal" hat CA "Brightstore Document Manager" entwickelt. Damit betritt der Anbieter Neuland: Bislang fanden sich unter dem Brightstor-Dach lediglich Lösungen rund um das Speicher-Management.

Überdies teilte CA mit, gemeinsam mit JBoss an einer Lösung zu arbeiten, die spezielle Anforderungen beim Einsatz von relationalen Datenbanken und dem JBoss-Application-Server erfüllen soll. Das Projekt umfasst neben der Ingres-Datenbank den Query-Service "JBoss Hibernate" sowie Java-Anwendungen für Caching, Replikation, Transaktionsintegrität und Sicherheit. (ave)