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CA will Wylys Übernahmeversuch mit Klage stoppen

02.07.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das US-Softwarehaus Computer Associates (CA) hat in der vergangenen Woche in New York Klage gegen Sam Wyly eingereicht. Mit dieser Aktion will das Unternehmen den Geschäftsmann an seinem Versuch hindern, bei der kommenden CA-Hauptversammlung die Kontrolle über den Verwaltungsrat und damit über die Firmenleitung zu erringen. Wyly und die texanische Investorengruppe Ranger Governance planen, den CA-Aktionären im August Alternativ-Kandidaten für die Besetzung des Board of Directors vorzuschlagen. Als Grund für die Übernahmeaktion nannte Wyly vor allem die Unfähigkeit und Arroganz der derzeitigen CA-Führung sowie die Unzufriedenheit der Kunden. Allerdings würde Wyly mit der Kontrolle über CA auch seine frühere Company Sterling Software, die er im vergangenen Jahr für 3,9 Milliarden Dollar an CA verkaufte, zurückzubekommen.

Mit seiner Klage will der Hersteller von Unternehmenssoftware eigenen Angaben zufolge Wyly wegen "falscher und missverständlicher Behauptungen" zur Verantwortung ziehen. Zudem verletze er ein Abkommen, das CA beim Kauf von Sterling Software mit Wyly geschlossen habe. Dieses besagt, dass der Ex-Sterling-Besitzer bis 2005 in keinerlei Konkurrenz zu CA treten darf. Wyly hingegen zeigte sich empört bezüglich der "legalen Manöver" von CA, "die Aktionäre an einer Wahlmöglichkeit zu hindern". Außerdem könne von Wettbewerb zu CA keinerlei Rede sein: "Ich bemühe mich um einen Job bei der Firma. Ich konkurriere nicht mit Computer Associates, ich konkurriere mit Chairman Charles Wang. Er scheint jedoch vergessen zu haben, dass er und das Unternehmen nicht das gleiche sind."