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CA streicht weitere 15 Millionen Dollar aus seinen Büchern

16.06.2004

US-Softwareanbieter Computer Associates hat in der Bilanz für das erste Geschäftsquartal 2003/04 (Ende: 30. Juni 2003) zusätzlichen Revisionsbedarf festgestellt. Wie das Unternehmen aus Islandia, New York, in einem Bericht an die US-Börsenaufsicht SEC mitteilte, sinkt dadurch der Umsatz in den neun Monaten des vergangenen Geschäftsjahres von 2,441 Milliarden auf 2,426 Milliarden Dollar. Der Verlust je Aktie in den fortgeführten Geschäftsbereichen weitet sich gleichzeitig um einen Cent auf elf Cent aus. Eigenen Angaben zufolge hatte CA die betreffenden Produkteinnahmen fälschlicherweise auf einen Schlag im ersten Fiskalquartal verbucht, anstatt sie häppchenweise über die Laufzeit des Lizenzvertrages hinweg zu bilanzieren.

Im April hatte CA bereits den Umsatz in den Geschäftsjahren 2000 und 2001 um insgesamt 2,2 Milliarden Dollar nach unten korrigiert. So hatte eine interne Untersuchung ergeben, dass der viertgrößte Softwarehersteller damals teilweise mit einem "35-Tage-Monat" arbeitete, um nicht abgeschlossene Verträge noch im Quartal verbuchen zu können (Computerwoche.de berichtete). Damals feuerte CA zunächst neun teils hochrangige Mitarbeiter, die mit dem Finanzskandal in Zusammenhang standen. Später zog das Unternehmen dann auch Sanjay Kumar aus der Schusslinie, indem es ihn vom CEO zum Chief Software Architect degradierte. Anfang Juni legte Kumar dann mit sofortiger Wirkung sämtliche Aufgaben bei CA nieder und verließ das Unternehmen. (mb)