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CA kürzt Kumars Zuwendungen

28.09.2004

Der US-Softwarekonzern Computer Associates (CA) hat dem früheren Firmenchef Sanjay Kumar nach dessen Anklage wegen Aktienbetrugs und Justizbehinderung (Computerwoche.de berichtete) eine Reihe von Vergünstigungen gestrichen. Wie aus einer Mitteilung des Unternehmens an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, hat CA Kumar nach seinem Rücktritt als Chief Software Architekt im Monat Juni unter anderem für bis zu fünf Jahre ein privates Büro und einen Assistent seiner Wahl bewilligt. Außerdem erklärte sich der Konzern bereit, die Kosten für Telefon, Internet, technischen Support sowie für einen Wachdienst zu tragen. Diese Vergünstigungen wird das weltweit viertgrößte Softwarehaus nun streichen. Die Kosten für die Krankenversicherung von

Kumar und seine Familie will CA aber weiterhin über einen Zeitraum von 20 Jahren zahlen, sofern diese Leistungen nicht von einem neuen Arbeitgeber übernommen werden.

Der frühere CEO Sanjay Kumar und der ehemalige Vertriebschef Stephen Richards werden beschuldigt, eine tragende Rolle bei den Bilanzfälschungen der Geschäftsjahre 2000 und 2001 gespielt zu haben. CA hatte in dem betreffenden Zeitraum teilweise mit so genannten "35-Tage-Monaten" gearbeitet, mit einer künstlichen Verlängerung der Berichtszeiträume also, um nicht abgeschlossene Verträge noch im Quartal verbuchen zu können. Insgesamt wurden dabei Umsätze in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar falsch gebucht. Im Zuge des Bilanzfälschungsskandals hat CA inzwischen mehr als ein Dutzend Angestellte aus Buchhaltung, Rechts- und Vertriebsabteilung entlassen. Der frühere CEO Kumar hatte Ende April 2004 seinen Chefsessel geräumt und das Unternehmen Anfang Juni verlassen. (mb)