Alcatel-Lucent Dynamic Enterprise Tour 2012

BYOD ja, aber anders

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Um eine neue Art von Kommunikation (hier Konversation) und Collaboration in Unternehmen zu propagieren, setzt Alcatel Lucent jetzt auch auf die Integration mobiler Geräte und die OpenTouch-Conversation-Plattform.

Wie kaum ein anderes Akronym beherrscht derzeit die Buchstabenfolge "BYOD" die Schlagzeilen der Medien und Titelthemen von Messen und Kongressen. Offizielle Leseart: "Bring Your Own Device", was auf Deutsch so viel meint wie "Nimm Dein privates Gerät mit in Deine Firma". Die schicken, modernen Tablets und Smartphones sind schließlich viel zu leistungsstark, um nur mit ein paar privaten Anwendungen ausgereizt werden zu können. Noch viel wichtiger: Sie sind (Vor-)Boten eines Lifestyles, der die Grenzen zwischen Privat- und Arbeitswelt verwischt - zumindest was den Arbeitsort und das Lieblingsgerät betrifft.

"Künftig steht der User im Mittelpunkt und nicht mehr irgendwelchen Geräte." Michel Emilianoff, Executive Vice President bei Alcatel-Lucent.
"Künftig steht der User im Mittelpunkt und nicht mehr irgendwelchen Geräte." Michel Emilianoff, Executive Vice President bei Alcatel-Lucent.
Foto: Alcatel Lucent

Alcatel-Lucent sieht allerdings BYOD nicht als den Haupttrend, sondern als eine phänomenale Erscheinung auf dem Weg zur "persönlichen Cloud, die alle digitalen Dinge des Lebens bereit hält, die Nutzer immer bei sich haben wollen", wie es Michel Emilianoff, Executive Vice President bei Alcatel-Lucent und President der Enterprise Division, in seiner Keynote in Düsseldorf formulierte. Für den Aufbau dieser persönlichen "Wolke" fand Alcatel-Lucent anlässlich der Dynamic Enterprise Tour eine neue Leseart für BYOD: "Build Your Own Destiny" - auf Deutsch also etwa "Gestalte Dein eigenes, persönliches Ziel", die denn auch zum Motto der gesamten Veranstaltung erkoren wurde.

In dem Szenario, das Emilianoff für die künftige Business-Kultur zeichnete, steht der User im Mittelpunkt und nicht mehr irgendwelche Geräte. Der PC werde zwar nicht verschwinden, aber die Zeiten seiner Dominanz am Arbeitsplatz seien nun vorbei. Und was für die Geräte der Nutzer gilt, gelte auch für das Netzwerk: "Auch im Netzwerk wandert der Nutzer mehr und mehr ins Zentrum der Betrachtung", spannt Emilianoff den Bogen zur zweiten Hauptachse der Konferenz. Nicht mehr einzelne Faktoren wie ein bestimmter Gerätetyp, der Aufenthaltsort, Datum, Zeit etc. würden bestimmen, was ein Nutzer darf oder nicht, sondern klare Nutzerprofile, an welchen alle anderen Faktoren aufgehängt sind. Dafür sei es entscheidend, das Netzwerk mit noch mehr "Intelligenz" auszustatten, welche auch die Kommunikationsflüsse dementsprechend steuere.

Zu guter Letzt müsse das Netzwerk sehr einfach zu verwalten sein. "Komplexes Netz-Management ist die Hauptquelle für Fehler und Performance-Schwächen - letztlich kann es die gesamte Produktivität eines Unternehmens torpedieren", so Emilianoff. Mit seinen neuen OmniSwitch-Modellen und dem Konzept des "Application Fluent Network", ein weiteres großes Thema der Dynamic Enterprise Tour ist, erfülle Alcatel-Lucent laut Emilianoff die Anforderungen an Netzwerke der Zukunft bereits heute in herausragender Art und Weise.

Nahtlose Multimedia-Konversation

Im Ausstellungsbereich der Veranstaltung im Düsseldorfer Maritim-Hotel, in dem auch Partner wie Orange, Telekom Deutschland, NextiraOne, HP, SourceTech, Computacenter, Plantronics, Sennheiser und einige weitere ihre Stände hatten, präsentierte Alcatel-Lucent unter anderem eine neue Software-Suite. "OpenTouch Conversation" (kurz OTC) hatte bereits bei seiner Premiere Anfang Mai in Las Vegas für viel Aufmerksamkeit gesorgt und dort den "Best-of-Interop"-Award in der Kategorie Collaboration erhalten.

Die interaktive Softwareplattform OTC läuft aktuell nur auf dem Apple iPad - weitere Versionen sind geplant.
Die interaktive Softwareplattform OTC läuft aktuell nur auf dem Apple iPad - weitere Versionen sind geplant.
Foto: Alcatel Lucent

Die Software kombiniert Sprache, Video und Web-Collaboration-Tools sowohl auf Desktop-Geräten als auch - und hier sind wir wieder bei BYOD - auf persönlichen Smart Devices. Mit OTC ist es möglich, eine Konversation etwa als Telefonat mit dem Bürotelefon zu beginnen, als Videokonferenz über einen PC oder ein Tablet fortzusetzen und schließlich wieder als Gespräch auf einem weiteren Gerät, etwa dem Mobiltelefon, abzuschließen. Das alles funktioniert völlig nahtlos, ohne die Konversation an irgendeiner Stelle neu aufsetzen zu müssen. Gespräch beenden und den Gesprächspartner neu anwählen, um zwischen Geräten im Büro und außerhalb des Büros zu wechseln oder um eine Videokonferenz einzuleiten, wird also nicht mehr nötig sein.

OTC ist eine interaktive Software-Applikation, die auf der Kommunikationsplattform OpenTouch aufbaut. Diese wiederum repräsentiert als IP-/SIP-basierte Kommunikationsplattform die Langzeitstrategie von Alcatel-Lucent, nach der die einflussreichen Instrumente der Consumer-Welt in eine gemanagte Unternehmensumgebung integriert werden sollen. Im vergangenen Jahr zeigte Alcatel-Lucent dazu beispielsweise Tools, die Unternehmen jederzeit einen Überblick liefern, wie sich die "Stimmung im Netz" in Bezug auf bestimmte Produkte beziehungsweise das Unternehmen selbst derzeit gerade entwickelt. Analyse-Tools untersuchen dazu Einträge in sozialen Netzwerken und Blogger-Plattformen. Entscheidendes Merkmal der OpenTouch-Linie ist die Multimedia-Konversation zweier oder mehrerer Kommunikationspartner über eine Vielzahl unterschiedlicher Gerätetypen.

Als jüngster Spross der Software für OpenTouch ist OTC vom Aufbau her für mehrere Anwenderplattformen ausgelegt. Die erste Version von OTC, die auch in Düsseldorf gezeigt wurde und die noch im Juni in den Verkauf gehen soll, unterstützt jedoch zunächst ausschließlich das Apple iPad - das sowohl über WLAN- als auch 3G-Netze. Künftige Versionen beziehungsweise Updates sollen auch PCs mit Windows und MacOS sowie mobile Geräte auf Basis von Android, Blackberry und Windows Phone einbinden. Obwohl die Software einfach und intuitiv zu bedienen ist, soll sie IT-Managern alle von dieser Seite benötigten Sicherheits- und Managementmerkmale zur Verfügung stellen.