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SAP, Oracle, Microsoft, Apple

Business-Software-Hersteller im Website-Test

Stefan von Gagern ist diplomierter Medientechniker (FH) und war als Redakteur und Ressortleiter bei den Fachtiteln "Screen Busines Online" und "Page" tätig. Später lehrte er als Dozent für Medienkonzeption im Master-Studiengang "Multimedia Production" an der Fachhochschule Kiel. Heute schreibt er als freier Fachjournalist und Autor über Themen wie Publishing, Internet, Social Media und Digital Lifestyle. Parallel berät er Unternehmen bei der Konzeption und Umsetzung von Social-Media-Auftritten.
Softwarehersteller tun sich schwer, ihre komplexen Business-Lösungen gut zu präsentieren. Es ist eine Herausforderung, das Angebot im Web mit schicker Optik, gut navigierbar und verständlich darzulegen. Wir testen, wie gut die Webauftritte der zehn größten Player gelungen sind.

Platz 10 - Microsoft.de: Großer Bauchladen

Die Einstiegsseite von Microsoft gibt sich Mühe, alle abzuholen - und verzettelt sich in zu vielen Alternativen.
Die Einstiegsseite von Microsoft gibt sich Mühe, alle abzuholen - und verzettelt sich in zu vielen Alternativen.
Foto: Stefan von Gagern

Microsoft muss seine breite Produktpalette, die aus Tankern wie Windows, Office, XBox, Windows Phone und Internet Explorer besteht, für Otto-Normalverbraucher wie für Enterprise-Kunden gleichermaßen präsentieren. Das ist natürlich keine leichte Aufgabe. Die Website versucht daher, auf Nummer sicher zu gehen und holt den Besucher an mehreren Stellen ab. Eine simpel mit "Menü" bezeichnete Navigationshilfe schiebt sich zum Beispiel auf Klick über die obere Hälfte des Browserfensters und bietet die bereits genannten Produktgruppen und Zielgruppen zur Auswahl. Rechts wartet ein Menü für Privat- ("Zu Hause") und Geschäftskunden ("Im Büro"). Im Inhaltsbereich wechseln animiert die Teaser-Fotos zu Internet Explorer, Office, Windows Phone & Co. Horizontal verlaufen zwei Hauptmenüs mit den Auswahlpunkten "Produkte", "Office", "Downloads" und noch ein weiteres, das eine ganze Menge Klein-Teaser weiterschiebt. Dazu gibt es noch ein Aktivitäten-Menü a la "Ich möchte E-Mail nutzen", "Ich möchte einen PC kaufen" etc. Eine Menge Alternativen, bei denen so ziemlich jeder schnell finden wird, was er sucht. Für unseren Geschmack ist das Ganze aber zu sehr "doppelt gemoppelt". Aufgeräumt sieht der Navigationsdschungel damit nicht aus. Zudem landet die Seite in Sachen Geschwindigkeit im hinteren Drittel des Performancetests.

Der Auftritt des Internet Explorer arbeitet mit stark interaktiven Elementen.
Der Auftritt des Internet Explorer arbeitet mit stark interaktiven Elementen.
Foto: Stefan von Gagern

Nach einem Klick auf einen der Links landet der Anwender oft auf externen Unterseiten zu Hotmail, Xbox und Skydrive. Diese sehen zwar alle irgendwie nach Microsoft aus, unterscheiden sich in Sachen Optik und Bedienung aber sehr stark voneinander. Auf manchen weiß der Besucher zudem gar nicht einmal, wo genau er gelandet ist. Schlechtes Beispiel ist hier der Informationspool zum mobilen Betriebssystem Windows Phone, der generisch mit "Möglichkeiten. Telefon. PC." betitelt ist. Eigentlich schade, denn einige der Produkt-Auftritte wie der der Xbox oder die interaktive Präsentation des Internet-Explorers sind für sich allein gesehen wirklich gut gelungen.

Ein "Zurück" gibt es von vielen der Microsites ohne die Adressleiste im Browser ebenfalls nicht. Diese Sackgassen erschweren die Navigation noch einmal.

Fazit: Das Problem einer breiten Produktpalette haben viele. Microsoft löst es nicht besonders glücklich und verzettelt sich in einem insgesamt wenig konsistenten Auftritt, dem die festen Orientierungspunkte fehlen. Eine große Aufräumaktion würde gut tun.