Drei Tipps für bessere Geschäfte

Business-Risiko Internet

Paul Heywood ist Managing Director EMEA beim Internet-Intelligence-Spezialist Dyn. Neben seiner Arbeit dient er als Berater, Investor und Aufsichtsratsmitglied bei einer Reihe von Tech-Unternehmen in Großbritannien und den USA.  Er hält Vorträge zum Thema Internet Intelligence auf Veranstaltungen wie The Next Web oder DMEXCO. Zudem interessiert er sich für die digitale Transformation in Unternehmen.  
Unternehmen investieren viel, um besser als ihre Konkurrenten zu sein. Allzu oft wird dabei jedoch ein Wettbewerbsfaktor für das Business vergessen: Das Internet.
Die globale Erreichbarkeit aus dem Internet wird für Unternehmen aus allen Branchen immer mehr zum Wettbewerbsfaktor.
Die globale Erreichbarkeit aus dem Internet wird für Unternehmen aus allen Branchen immer mehr zum Wettbewerbsfaktor.
Foto: Anna Bardocz - shutterstock.com

Mehr und mehr Unternehmen migrieren in die Cloud und grenzüberschreitender eCommerce wird zur Norm. Die Usability der angebotenen Dienste wird damit nicht nur zum Muss, sondern kann über Sieg oder Niederlage entscheiden: Kunden haben keine Geduld mehr, auf langsame Webseiten zu warten. Nach wenigen Sekunden wechseln sie die Seite, den Anbieter, die Marke. Um diese Nutzererfahrung erfolgreich zu steuern, müssen Unternehmen wissen, wie gut oder schlecht ihre Kunden das eigene Angebot erreichen. Dazu gilt es, die Geschwindigkeit, Sicherheit, Erreichbarkeit und Verfügbarkeit des eigenen Angebots messen und steuern zu können. Hierin liegt der Schlüssel zur Kundenbindung im Web-Zeitalter. Doch wie verwandelt man das Internet in einen Vorteil?

Internet-Verbindungen monitoren

Cloud-Anbieter, Hoster und CDN-Dienste locken Unternehmen mit dem Versprechen, die Kosten zu reduzieren und zugleich flexibler zu werden. Agiler Expansion und Wachstum sind so nahezu keine Grenzen gesetzt. Selbst kleinere Unternehmen nutzen recht komplexe Dataflow-Anwendungen, um ihre Informationen im Web zu steuern.

Doch wie viele dieser Unternehmen verfügen über eine Übersicht darüber, mit welcher die User ihre Angebote im Netz abrufen können? Wie viele können die Verfügbarkeit ihrer Angebote von einem Ende des Internets zum anderen nachvollziehen und verstehen, wie Latenz, Verbindungsqualität, Ausfälle und Umleitungen ihre Kunden beeinflussen?

3.000 Störungen im Internet

Täglich ereignen sich im Durchschnitt etwa 3.000 Internet-Ausfälle weltweit. Die meisten sind relativ harmlos, doch auch schwerwiegende Störungen sind häufiger als man denkt. Im Sommer musste Apple Music diese Erfahrung machen, als iTunes ausfiel. ISP X versagte das Netzwerk und Kabelschäden in Kalifornien sorgten für schwarze Bildschirme. Davon waren unter anderem AWS und Netflix betroffen. Unternehmen, die ihre Internetverbindungen im Blick behalten, haben schon die Hälfte der Probleme umschifft; die andere Hälfte lässt sich bekämpfen, wenn Unternehmen die Kontrolle haben, Traffic umzuleiten und Störungen zu vermeiden. So können sie Risiken abschwächen und die Kundenzufriedenheit bewahren.

Verfügbar und erreichbar bleiben

Für ein Unternehmen sollte es immer das höchste Ziel sein, den Kunden in jedem Markt die bestmögliche Leistung zu bieten. Um immer verfügbar und erreichbar zu bleiben, sollten Unternehmen stets über den Stand ihrer Internet Performance in ihren Zielregionen weltweit unterrichtet sein. Fragen, wie die eigene Verfügbarkeit zu prüfen ist, gibt es viele: Können Kunden mein Angebot sehen und es nutzen? Haben meine Partner Zugriff auf meine Dienstleistungen? Wie ist die Verbindung zu meinen Cloud-Providern? Erfüllen meine Content-Delivery-Netzwerke meine Erwartungen?

Cloud-Ausfall

Bereits eine Verzögerung von einer Sekunde kann Milliarden kostet - so rechnet zumindest Amazon vor.
Bereits eine Verzögerung von einer Sekunde kann Milliarden kostet - so rechnet zumindest Amazon vor.
Foto: Tomislav Pinter / shutterstock.com

Vor kurzem litt Google an einem zweistündigen Cloud-Ausfall. Die Ursache war in Verbindung mit einem internen Softwarefehler im Google-eigenen Virtual Traffic Routing aufgetreten. Unternehmen, die sich auf eine einzige Cloud-Instanz verlassen und keine Einsicht in die Verfügbarkeit ihres Netzes hatten, waren von diesem Ausfall betroffen. Ihre Verfügbarkeit war schwer gestört.

Die Erreichbarkeit ist ein ähnliches Problem, wenn es um den Zugriff der Kunden auf Webseiten und Online-Angebote geht. Verlassen sich Unternehmen auf einen einzigen Cloud-Anbieter, so haben Ausfälle oder Störungen schmerzhafte Folgen. Fehlt ihnen dann noch die Möglichkeit, die eigene Erreichbarkeit zu überwachen und auf Störungen direkt zu reagieren, sind sie dem Zufall ausgeliefert. Ebenso haben sie kaum Chancen, ihre Dienste durch ein Rerouting wiederherzustellen. Intelligente Strategien zur eigenen Erreichbarkeit und Verfügbarkeit dagegen sichern Unternehmen nicht nur ab, sondern geben ihnen einen wichtigen Vorteil gegenüber Mitbewerbern, die bei einem Ausfall im Dunkeln tappen und im Wettlauf zurückbleiben.

Performance optimieren

"Slow is the new downtime", langsame Verbindungen sind heute ebenso schlimm wie komplette Ausfälle. Mit der globalen Verfügbarkeit von Hochgeschwindigkeitsinternet und der Vorherrschaft mobiler Browser, Apps und eCommerce sind die Erwartungen an die zu liefernde Performance so hoch wie nie zuvor. Amazon rechnete kürzlich vor, dass eine Ladeverzögerung der Web-Seite von nur einer Sekunde das Unternehmen im Jahr knackige 1,6 Milliarden US-Dollar kostet. Nach dieser Rechnung könnte schon ein mittleres Unternehmen durch eine schwache Internet Performance in die Bredouille geraten.

Zudem investieren die meisten Unternehmen lediglich in Performance-Anwendungen innerhalb der eigenen Firma. Nur wenige schauen auch über die Firewall, um nachvollziehen zu können, wie das Internet jede Verbindung zum Kunden beeinflusst. Woher stammt die tödliche Sekunde bei Amazon? Meist ist die Internet Performance schuld. Doch wie lässt sie sich optimieren? Kurz gesagt: durch schnellere Verbindungen, ein flexibles Netzwerk und die Fähigkeit, Störungen schon zu erkennen, während sie passieren.

Jedes Unternehmen, das sein Geld online verdient, ist ein globales Unternehmen und sollte sich eingehend mit den Möglichkeiten befassen, wie sich das Internet zum eigenen Vorteil nutzen lässt. Erfahrene IT-Abteilungen wissen längst, dass sich durch Risikovermeidung Geld sparen lässt. Unternehmen, die ihre Angebote im Internet überwachen und kontrollieren, können so das Internet als Wettbewerbsvorteil nutzen.