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Business One - nicht mehr von Steeb

19.10.2005
Von Eberhard Heins
Die SAP-Tochtergesellschaft Steeb Anwendungssysteme zieht sich aus dem Geschäft mit "Business One" zurück. SAP-Partner Kirbis Business Solutions übernimmt die Bestandskunden.

SAP-Tochter gibt Verkauf der Mittelstandssoftware auf.

Die hundertprozentige SAP-Tochtergesellschaft Steeb Anwendungssysteme zieht sich aus dem Geschäft mit dem ERP-Päckchen "Business One" für den unteren Mittelstand zurück. SAP-Partner Kirbis Business Solutions übernimmt die Bestandskunden. Im Rahmen einer Teilbetriebsübertragung wird Steeb seinen Geschäftsbereich Business-One mit rund 100 Bestandskunden inklusive der bestehenden Wartungsverträge ab dem 1. Januar 2006 an Kirbis Business Solutions übertragen.

Die beiden Systemhäuser haben einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet, bestätigten Kirbis-Geschäftsführer Alexander Kirbis und Steeb-Chef Wolfgang Kemna gegenüber der COMPUTERWOCHE. Die Rechte an allen von Steeb entwickelten Zusatzlösungen für die Software mit Ausnahme von "Retail Sport" gehen laut Kirbis ebenfalls an das Systemhaus aus Pforzheim. Über finanzielle Details haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Mitarbeiter, die sich bei Steeb mit Business One befassen, sollen ein Stellenangebot bei Kirbis erhalten. Das Systemhaus ist sowohl Partner von Steeb als auch von SAP. "Wir verkaufen Business One nicht mehr aktiv, sondern fokussieren uns auf unser Stammgeschäft", erklärt der einstige Chef von SAP Amerika Kemna. Die Entscheidung habe er in enger Abstimmung mit SAPs Deutschlandgeschäftsführer Michael Kleinemeier getroffen, der auch Initiator des Verkaufs gewesen sei. Der Umsatz mit dem SAP-Paket bewegt sich laut Kemna bei Steeb im Rahmen eines sechsstelligen Euro-Betrags. "Wir schreiben damit schwarze Zahlen", betont der Steeb-Geschäftsführer.

SAP löst Channelkonflikt

In diesem Jahr hatte SAP seine Tochtergesellschaft Steeb noch als erfolgreichsten Partner für Business One ausgezeichnet. Der Erfolg ging allerdings zu Lasten der anderen rund 80 Partner in Deutschland, die unabhängig von SAP sind und sich ebenfalls bemühen, die Unternehmenssoftware für den kleineren Mittelstand an den Kunden zu bringen. "Mit diesem Schritt löst sich der Konflikt im Business-One-Channel", betont Steeb-Chef Kemna.

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