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Business-Netzwerk Viadeo expandiert nach Deutschland

15.02.2007
Mit Viadeo drängt jetzt der französische Marktführer für internetbasierendes Business-Networking auf den deutschen Markt.

Viadeo hieß früher Viaduc und war zunächst drei Jahren lang eine Privatinitiative mehrerer französischer Unternehmer. Nachdem das Netz auf über 100.000 Mitglieder angewachsen war, wurde Viadeo Anfang 2006 als eigenständiges Unternehmen mit Sitz in Paris etabliert. Inzwischen zählt das Netz über eine Million Mitglieder.

Die Startseite von Viadeo gibt es jetzt auch eingedeutscht.
Die Startseite von Viadeo gibt es jetzt auch eingedeutscht.

Nun geht Viadeo die internationale Expansion an. Es hat dazu lokale Versionen etabliert, die neben Deutschland auch die Märkte in Großbritannien, Spanien, Italien und Portugal bedienen sollen. Entsprechend können Mitglieder ihre Profile auch in den Sprachen aller genannten Länder anlegen, was Viadeo als Alleinstellungsmerkmal betrachtet. "Alle wichtigen" Networking-Funktionen bieten die Franzosen nach eigenen Angaben übrigens kostenlos an.

Auf dem deutschen Markt dürfte es der Neuling, dessen deutsche Geschäfte Dietmar Büto führt, allerdings nicht sonderlich leicht haben. Denn der ist seit Jahren besetzt von der - inzwischen börsennotierten - Hamburger OPEN Business Club AG mit ihrer Website "XING" (vormals openBC). Diese hatte zu Ende September 2006 bereits rund 1,5 Millionen Mitglieder.

Viadeos Marktforschung geht allerdings für Deutschland von 15 Millionen potenziellen Nutzern aus, weswegen die Franzosen auch für ihr Angebot noch Chancen sehen. Allerdings drängen sie nicht allein auf den deutschen Markt - auch der US-amerikanische Pionier LinkedIn hat sich verstärkt die internationale Expansion auf die Fahnen geschrieben.

Dem Nutzer ist mit unterschiedlichen Networking-Plattformen indes ebenso wenig gedient wie beim Instant Messaging: Was hat man davon, wenn man sein Profil auf mehreren Seiten pflegen und unterschiedliche Netzwerke auf verschiedenen Seiten der Reihe nach abklappern muss? Hier wäre Interoperabilität respektive Konsolidierung wünschenswert; ansonsten droht eine Insellandschaft, von der weder Nutzer noch Anbieter profitieren. (tc)