10 Tipps für Geschäfte am Zuckerhut

Business-Knigge Brasilien

06.09.2012 | von Karen Funk (Redakteurin) 
Karen Funk
Schreibt und bearbeitet Karrierethemen - sowohl für die Website als auch für das Heft der COMPUTERWOCHE. IT-Arbeitsmarkt, Recruiting, Freiberufler, Aus- und Weiterbildung, IT-Gehälter, Work-Life-Balance, Employer Branding und und und.  Wenn sie nicht gerade Projekte wie den "CIO des Jahres" betreut. Hofft auf mehr Frauen in der IT.
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Brasilien ist nicht nur Karneval und Sambaklänge, Caipirinha und Copacabana, sondern auch eine erfolgreiche Wirtschaftsnation. Eine gute Gelegenheit, sich die wichtigsten Regeln im Umgang mit brasilianischen Geschäftspartnern anzusehen.
Wer Geschäfte am Zuckerhut machen will, hat mehr Erfolg, wenn man sich mit den Landessitten auskennt.
Wer Geschäfte am Zuckerhut machen will, hat mehr Erfolg, wenn man sich mit den Landessitten auskennt.
Foto: sfmthd - Fotolia.com

Karneval und Sambaklänge, Caipirinha und Copacabana - bei Brasilien denken viele zuerst an Urlaub, Sonne, Strand und Lebensfreude und weniger an eine erfolgreiche Wirtschaftsnation. Doch seit ein einigen Jahren erlebt das Schwellenland einen beachtlichen Boom. Ökonomen erwarten, dass Brasilien bis 2016 zu den fünf größten Volkswirtschaften der Welt aufsteigen wird - der starken Landwirtschaft, einem gut entwickelten Finanzsektor und enormen Rohstoffvorkommen sei Dank. Schon heute ist Brasilien der wichtigste Wirtschaftspartner Deutschlands in Südamerika und war 2012 sogar Partnerland der CeBIT in Hannover. Umso wichtiger ist es für deutsche Geschäftsleute, Land und Leute sowie die dortigen Business-Gepflogenheiten zu kennen.

Worauf man besonders achten sollte, das weiß Dennis Grabherr zu berichten, der von 2008 bis Anfang 2011 als Chief Counsel Latin America für BT Global Services in São Paolo tätig war, um dort die Entwicklung der Geschäftstätigkeit von BT auf dem lateinamerikanischen Kontinent zu unterstützen. Die zehn wichtigsten Tipps hat er für uns zusammengestellt:

1. Begrüßung

Im Geschäftlichen begrüßt man sich in Brasilien mit festem Händedruck. Männer können sich umarmen, Frauen sich auch auf die Wangen küssen. Die Anrede erfolgt sofort mit dem Vornamen. Als Europäer sollte man im weiteren Gesprächsverlauf nicht zu distanziert auftreten. Für den Brasilianer ist der Körperkontakt sehr wichtig und er verhandelt mit einer ausgeprägten Gestik. Der Körperabstand ist im Allgemeinen auch bei ersten Begegnungen geringer als in Europa.

2. Pünktlichkeit

Trotz ihrer lockeren Art: Brasilianer arbeiten hart, und sie sind stolz darauf, sich durch diese Eigenschaft von anderen südamerikanischen Ländern abzuheben. In den Industrie- und Ballungszentren der großen Städte Rio de Janeiro, São Paolo oder Curitiba, die eher westlich geprägt sind, sind die Unternehmen oft sehr hierarchisch gegliedert und gut strukturiert. Geschäftstermine beginnen hier pünktlich zur vereinbarten Zeit. Je weiter man aufs Land kommt, desto gelassener nimmt man es mit der Pünktlichkeit.

3. Dresscode

Die Brasilianer sind sehr modebewusst, gepflegte Kleidung wird in Brasilien großgeschrieben. Insbesondere in der Millionenmetropole São Paolo trägt man in der Regel einen dunklen Anzug und Krawatte. Geschäftsfrauen bevorzugen elegante Kostüme. Im Sommer bei großer Hitze und Feuchtigkeit verzichten Männer jedoch gerne auf die Krawatte und Frauen tragen in dieser Zeit vermehrt Röcke, Kleider und auch Sandalen im Büro. Der "Casual Friday" ohne Schlips und Kragen hat sich auch in Brasilien eingebürgert. (Lesen Sie auch "Was ist Business Casual?").