Mittelstand muss aufwachen

"Business Intelligence war nie so wichtig wie heute"

Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Anzeige  Viele Mittelständler hinken bei Business Intelligence der Entwicklung hinterher. Die Gealan Fenster-Systeme GmbH aus dem oberfränkischen Oberkotzau sieht in BI hingegen ein effektives Instrument der Unternehmenssteuerung. Bernhard Häusler, IT-Leiter bei Gealan, erläutert wie eine unternehmensweite BI-Strategie seinem Unternehmen zu besseren Entscheidungen und Prozessen verhilft.
„Das Ziel von Gealan ist, mit Hilfe von Business Intelligence das Unternehmen transparenter und intelligenter zu machen sowie kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ein wichtiger Aspekt ist außerdem, dass die eingesetzte BI-Software dank grafischer Oberflächen anwenderfreundlich ist und selbst eingefleischte Excel-Nutzer überzeugt.“ Bernhard Häusler, Bereichsleiter Informationstechnologie bei Gealan Fenster-Systeme GmbH.
„Das Ziel von Gealan ist, mit Hilfe von Business Intelligence das Unternehmen transparenter und intelligenter zu machen sowie kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ein wichtiger Aspekt ist außerdem, dass die eingesetzte BI-Software dank grafischer Oberflächen anwenderfreundlich ist und selbst eingefleischte Excel-Nutzer überzeugt.“ Bernhard Häusler, Bereichsleiter Informationstechnologie bei Gealan Fenster-Systeme GmbH.
Foto: Gealan

Bei deutschen Mittelständlern steckt Business Intelligence noch in den Kinderschuhen. Mehr als 80 Prozent werten geschäftliche Daten mit Excel-basierten Programmen aus. Das ergab die Umfrage "Unternehmenssteuerung und Business Intelligence im Mittelstand", die der IT-Berater Wolfgang Martin und das Institut für Business Intelligence (IBI) unter mehr als 150 Firmen durchgeführt haben.

Zu den 20 Prozent, die bereits BI-Lösung einsetzen, gehört die Gealan Fenster-Systeme GmbH. Der europaweit agierende mittelständische Hersteller von Kunststoffprofilen für Fenster hat bereits vor Jahren seine Excel-Tools durch eine BI-Lösung ersetzt. Genau die richtige Entscheidung meint Bernhard Häusler, IT-Leiter bei der Gealan Fenster-Systeme. Mit Hilfe der eingesetzten BI-Tools konnte sein Unternehmen eine BI-Strategie umsetzen und profitiert davon in der aktuellen Wirtschaftskrise.

Gleicher Stellenwert für Business Intelligence und ERP

Computerwoche: Herr Häusler, wie sieht die BI-Strategie Ihres Unternehmens aus?

Bernhard Häusler: Wir nehmen den Begriff Business Intelligence durchaus wörtlich, denn wir wollen damit unsere Geschäftsintelligenz erhöhen, und nicht die Intelligenz der IT. Deshalb hat Business Intelligence bei Gealan heute einen ähnlich hohen Stellenwert wie Enterprise Ressource Planning (ERP) und wird mit einer vergleichbaren Intensität vorangetrieben und weiterentwickelt. BI ist dabei als Teil der IT-Governance der Geschäftsleitung zugeordnet, die den Einsatz in den einzelnen Verbundunternehmen und Geschäftsbereichen forciert.

CW: Wie ist das zu verstehen?

Bernhard Häusler: Bei Gealan erarbeiten die einzelnen Fachabteilungen die für ihren Bereich erforderlichen BI-Anforderungen, etwa im Hinblick auf die benötigten Kennzahlen und Auswertungen. Die Geschäftsführung prüft die umfangreicheren Anforderungen und entscheidet, in welcher Reihenfolge die einzelnen "BI-Pakete" umgesetzt werden. Wichtige Entscheidungskriterien bilden der zu erwartende operative und strategische geschäftliche Nutzen sowie der Return on Investment (RoI) für jedes BI-Paket. Die Fachabteilung muss beides nachweisen. Die IT-technische Realisierung erfolgt dann auf Basis der eingesetzten BI-Lösung durch die interne IT-Abteilung.

ERP-Daten zu Informationen modellieren

CW: Wollen Sie die internen BI-Projekte künftig in einem BI-Kompetenzzentrum bündeln?

Bernhard Häusler: Status quo ist, dass wir noch ohne spezielles BI Competence Center (BICC) auskommen. Manager und Mitarbeiter aus den Fachabteilungen stellen ihre Anforderungen direkt an die IT und wir begleiten deren Umsetzung aktiv. Dennoch wäre ein BICC wünschenswert, zum einen da sich die Fachbereiche gern selbst um die Realisierung ihrer Anforderungen kümmern wollen, zum anderen um die Professionalität der Anwendungsentwicklung in die Breite zu streuen.