Schifffahrt

Business Intelligence als Rettungsanker

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Anzeige  Vom Nutzen von Business Intelligence (BI) in der Krise ist derzeit viel die Rede. Wie sich mit BI beispielsweise Chaos in der Personalverwaltung beheben lässt, hat die Werft Aker Philadelphia Shipyard gegenüber cio.com verraten.

BI - gut und schön, aber rentiert sich das? Von der Antwort auf diese Frage hängt in den Vorstandsetagen naherliegender Weise ab, ob sich der Daumen hebt oder senkt. Bei Aker Philadelphia Shipyard ist er nach oben gegangen - und das hat sich offenbar gerechnet. Nach dem Launch im Frühjahr 2004 sparte das Unternehmen, ein Hersteller von Containerschiffen und Tankern mit einem Umsatz von 285 Millionen US-Dollar, in drei Jahren knapp 660000 US-Dollar ein. Reduziert wurden die Kosten für Honorare, Fehler in der Payroll und Ausgaben für Treuhänder. Das verriet CTO Michel Boeckx gegenüber cio.com.

Um dies nachvollziehen zu können, lohnt sich ein Blick zurück ins Jahr 2003. Damals liefen bei Aker drei verschiedene Legacy-Systeme für Human Resources parallel nebeneinander und spuckten widersprüchliche Daten über Schulungsbedarf, Dienstpläne, Verträge und Lohnlisten der 800 Mitarbeiter aus. Deshalb musste das Unternehmen beispielsweise Tausende Dollar alleine für die monatliche Prüfung unstimmiger Gehaltsabrechnungen ausgeben. Es sei auch schon mal eine Krankschreibung oder ein Mitarbeiter-Zertifikat verloren gegangen, bekennt Boeckx.

Intensive Vendor-Suche als Erfolgsfaktor

Die Werft packte das Problem an - allen Anstrengungen zum Trotz. Mit Hilfe verschiedener IT-Partner startete das Projekt Integration. Das Ziel war die Bündelung aller Personaldaten in einem System und die Vermeidung von Redundanzen und Fehlern. Vor der Implementierung sei der Aufwand zur Bereinigung der Daten enorm gewesen, berichtet Boeckx. Ein Mitarbeiter aus dem Payroll-Team verbrachte geschlagene drei Monate damit, Fehler zu finden und Datenlöcher zu stopfen. Immerhin lief der IT-Support für die Anwendung und die Installation der Server einigermaßen glatt. Gelohnt hat es sich am Ende: Die Automation des Payroll-Prozesses sparte eine Administratoren-Stelle ein und senkte die Fehlerquote um 90 Prozent.

Die integrierte Datenbasis helfe auch in Krisenzeiten beim Ausloten weiterer Spar-Potenziale, berichtet CTO Boeckx. Seinen Erfolg erklärt er mit der breit angelegten Suche nach den richtigen Anbietern und der guten Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung. "Personaldatenintegration und Synchronisierung ist eine große Herausforderung", merkt Forrester-Analyst Paul Hamerman an. Wer sie erfolgreich bewältige, kann offenbar beträchtliche Beiträge der IT zur Wertschöpfung verbuchen.