Business-Berater bauen IT-Themen aus

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Strategie-Consultants implementieren nicht und gelten daher als herstellerneutraleStrategie-Consultants.

Die Unternehmensberater haben ihre Leistungen im Technologie-Umfeld in den letzten Jahren ausgebaut. Neben der Management- und Strategieberatung von IT-Ausgründungen großer Konzerne setzen sie vor allem auf eine branchenweite, funktionale IT-Beratung für Dax-Unternehmen und den gehobenen Mittelstand.

Hier lesen Sie ...

  • warum die großen Business-Beratungen verstärkt auf IT-Consulting setzen;

  • welche Leistungen sie anbieten;

  • wie sie sich dabei von den reinen IT-Beratern abgrenzen;

  • welche Vor- und Nachteile den Kunden daraus entstehen.

Dabei geht es vorrangig um die strategischen Aspekte von IT: Business-Alignment, also die Verbindung zwischen Geschäfts- und IT-Strategie, die Ausrichtung der IT-Architektur sowie die Optimierung der IT selbst (siehe Kasten "Kernthemen"). "Das sind Fragen, wie und wo der Kunde IT einsetzen soll, um sich wettbewerbsorientiert aufzustellen - und zwar aus Sicht der Prozessunterstützung sowie aus Sicht der Technik", beschreibt Gérard Richter, Partner und IT-Experte bei Roland Berger.

Noch sind die Einnahmen der Business-Consultants aus dem IT-Beratungsgeschäft gering. Der Geschäftszweig gewinnt aber an Stellenwert.
Noch sind die Einnahmen der Business-Consultants aus dem IT-Beratungsgeschäft gering. Der Geschäftszweig gewinnt aber an Stellenwert.

Wichtige Themen sind derzeit die Effektivitätssteigerung durch sowie die Komplexitätsreduzierung und Investitionsbewertung von IT. Angesichts der zunehmenden Zukäufe und Fusionen steht zudem die Konsolidierung von Infrastruktur und Anwendungen weit oben auf der Agenda der Berater. Aber auch das Thema Innovation gewinnt laut Andreas Rüter, Geschäftsführer und IT-Experte bei Booz Allen Hamilton, wieder an Bedeutung.

IT-Strategien werden immer wichtiger

Damit rücken Consulting-Leistungen im Technologiebereich, bis vor einigen Jahren noch als Beratung zweiter Klasse geschmäht, zunehmend ins Blickfeld der Berater. Hintergrund ist die steigende Bedeutung der IT: "Die IT wird immer mehr zum Teil, oft sogar zum Kern der Prozesse und trägt damit dazu bei, Geschäftsprobleme zu lösen", begründet Jean-Christian Jung, Analyst bei Pierre Audoin Consultants (PAC), diesen Trend. "Viele Vorstände erkennen die IT nicht mehr nur als Kosten-, sondern als strategischen Wettbewerbsfaktor an", bestätigt Roland-Berger-Partner Richter. "Rund 40 Prozent unserer Kunden wollen mittlerweile explizit eine IT-Beratung."

Steigende Nachfrage nach IT-Beratung

Inzwischen hat sich die Technologieberatung für die Business-Consultants zu einem lohnenden Geschäft entwickelt. Im Verhältnis zu ihrem Kerngeschäft mit Strategie- und Management-Beratung sind die Einnahmen zwar gering: Analyst Jung schätzt ihren Anteil auf fünf bis zehn Prozent des Gesamtumsatzes. Doch die steigende Nachfrage sorgt mittlerweile für zweistellige Wachstumsraten. So hat der Geschäftsbereich IT-Praxis der Boston Consulting Group von 2003 auf 2004 um 35 Prozent zugelegt und macht weltweit rund 15 Prozent der Gesamterlöse aus. Die Berater von Booz Allen Hamilton, die sich bei hoch spezialisierten, komplexen Themen etwa im Data-Mining- oder Security-Bereich zum Teil auch an der Implementierung beteiligen, kommen sogar auf fast 20 Prozent.

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