Webmethods und Informatica kooperieren

Business Activity Monitoring verspricht Echtzeitanalyse

16.08.2002
MÜNCHEN (IDG) - Um die Analyse von Geschäftsdaten zu beschleunigen, haben sich ein Business-Intelligence-(BI-) und ein EnterpriseApplication-Integration-(EAI-)Anbieter zusammengetan. Unter dem Label Business Activity Monitoring wollen Webmethods und Informatica Lösungen für die Echtzeitüberwachung und Informationsanalyse von Prozessen und Daten aus unterschiedlichen IT-Umgebungen vertreiben.

Das Vokabular der IT-Branche ist um ein Akronym reicher: BAM oder Business Activity Monitoring. Das Kürzel stammt aus den Federn der Analysten des Beratungs- und Marktforschungsunternehmens Gartner. Dahinter verbergen sich Mechanismen, die Unternehmen eine "Instant-Ansicht" ihrer Systeme beziehungsweise Geschäftsprozesse erlauben, sprich die gewünschten Informationen quasi auf Knopfdruck bereitstellen.

Nun wollen der EAI-Spezialist Webmethods und der Hersteller von BI-Lösungen Informatica gemeinsam Lösungen für das Business Activity Monitoring vermarkten. Webmethods bringt seine Integrationsplattform in die Partnerschaft ein, Informatica steuert seine Datenintegrationslösung "Powercenter RT" bei, die im dritten Quartal dieses Jahres auf den Markt kommen soll. Einfach ausgedrückt, sollen die Webmethods-Produkte die Analysesysteme mit Anwendungsdaten füttern. EAI-Systeme verbinden Anwendungen miteinander und transportieren Transaktionsdaten über Message Queues. Diese Daten werden abgegriffen und zwecks Analyse in einem "Operational Data Store" gespeichert. Seinen Kunden verspricht der Informatica-CEO Gaurav Dhillon nicht weniger als eine zeitnahe Analyse über verschiedene Applikationen, Datenbanken und Geschäftsprozesse hinweg.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Business-Intelligence-Verfahren, die mit ETL-Werkzeugen (ETL = Extraction, Transformation and Loading), Data Warehouses und Olap-Software arbeiten, erhalten Firmen mit BAM-Systemen ohne Zeitverzögerung Auskunft über Geschäftsvorgänge, argumentieren die Hersteller. Bisher, so Informatica, mussten Unternehmen, um herauszufinden, welche Kunden die einträglichsten sind, Informationen aus ihren Systemen extrahieren, in eine Datenbank ablegen und konnten über eine Analyse die entsprechenden Antworten erhalten, die dann allerdings bereits veraltet waren. Dieses Vorgehen steht nicht im Widerspruch zum BAM-Ansatz, vielmehr werden die traditionellen Methoden durch eine zusätzliche Bestandsaufnahme im laufenden Betrieb ergänzt, so dass Firmen Informationen aus der Vergangenheit mit aktuellen Geschäftsdaten vergleichen können.

Auf Ereignisse reagieren

"BAM ermöglicht es Unternehmen, schneller auf interne oder externe Ereignisse zu reagieren, die bestimmte Geschäftsabläufe beeinflussen, wie zum Beispiel die Supply Chain", bemerkt David McCoy, Vice President and Research Area Director bei Gartner in Atlanta.

Nach Einschätzung von Gartner werden eine Reihe von Softwarefirmen das BAM-Konzept verinnerlichen, darunter Anbieter von Business-Suiten wie etwa SAP oder System-Management-Spezialisten wie die IBM-Tochter Tivoli Systems. (fn)