Buchtipp

Burnout - Wie Sie Ihre Mitarbeiter schützen

26.01.2013 | von Wolfgang Hanfstein (Autor) 
ist Chefredakteur von Managementbuch.de
Burnout gilt als die Zivilisationskrankheit des 21. Jahrhunderts. Unabhängigen Schätzungen zufolge leiden allein in Deutschland bis zu 20 Prozent der Erwerbstätigen unter dem Syndrom der "chronischen Erschöpfung".
Vorbeugen hilft. 'Burnout' von Julia Scharnhorst zeigt anhand vieler Fallbeispiele erste Symptome auf, die hellhörig machen sollten.
Vorbeugen hilft. 'Burnout' von Julia Scharnhorst zeigt anhand vieler Fallbeispiele erste Symptome auf, die hellhörig machen sollten.
Foto: Haufe Verlag

Kein Wunder, dass nicht nur neuartige Diagnose- und Therapiemuster wie Pilze aus dem Boden schießen, sondern auch skurrile Theorien zu den Ursachen kursieren. Hier setzt das Buch "Burnout" von Julia Scharnhorst an. Mit einer angemessen präzisen Definition nähert sich die Autorin dem Phänomen und beschreibt, wie Führungskräfte ihre Mitarbeiter schützen und ihnen schon bei den ersten Anzeichen einer psychischen Erkrankung zur Seite stehen können.

Heftiger Stress? Oder doch Krankheit? Selbst Fachleute haben bis jetzt keine einheitliche Definition für Burnout.
Heftiger Stress? Oder doch Krankheit? Selbst Fachleute haben bis jetzt keine einheitliche Definition für Burnout.
Foto: Phatic-Photography shutterstock.com

Scharnhorst weist nach, dass Burnout keine neue Krankheitsform ist. Es gibt nicht einmal eine einheitliche Definition. Fachleute stimmen lediglich darin überein, dass Burnout eine nahe Verwandtschaft zur Depression aufweist. Die Etikettierung "Burnout" macht das Leiden für Betroffene erträglicher, die sich eine Depression nicht eingestehen wollen. Quellen aus der Literatur deuten darauf hin, dass die "lähmende Schwermut" Menschen seit jeher befällt.

Den Mythos einer (zu) hohen Arbeitsbelastung als Ursache für Burnout bezweifelt die Autorin. Untersuchungen zufolge ist das Krankheitsrisiko in allen Berufen dann groß, wenn Menschen das Gefühl haben, ihr Arbeitsengagement werde zu wenig anerkannt. Scharnhorst erläutert die ersten Anzeichen ("Gefährdungsbeurteilung") einer psychischen Überlastung und beschreibt den typischen Krankheitsverlauf: Aggression - Rückzug - Isolation. Anhand zahlreicher Fallbeispiele und Checklisten erfahren Führungskräfte, wie sie ihre Mitarbeiter vor dem "Ausbrennen" schützen und mit Feingefühl eingreifen können, wenn erste Symptome zutage treten. (hk)

 

claudia
in der tat möchte auch ich anmerken, dass "burnout" überhaupt nichts mit dem "chronischen erschöpfungssyndrom" zu tun hat. kerstin hat da sehr gut erklärt.

Kerstin
Anmerkung gerichtet an den Autor des Artikels: Zwischen einem "Burnout" und einem "Chronischen Erschöpfungssyndrom" besteht ein himmelweiter Unterschied. Während es sich wohl bei Burnout um eine der Depression nahe kommende, heilbare psychische Erkrankung handelt, welche im übrigen bis heute noch keinen Eingang in die ICD10-Klassifizierung der WHO erhalten hat, handelt es sich bei einem Chronischen Erschöpfungssyndrom (auch bekannt als Chronisches Müdigkeitssyndrom oder Chronic Fatigue Syndrom - CFS) um eine schwere neuroimmunologische Erkrankung (ICD10-G93.3), deren Heilungschancen gerade einmal bei geschätzten 4% liegen. In ganz schweren Fällen führt das Chronische Erschöpfungssyndrom dazu, dass die Betroffenen zum Pflegefall werden. (siehe auch www.in-engen-grenzen.de) Bitte achten Sie auf eine sorgfältigere Begriffswahl.

Macianerin
Dumpinglöhne - befristete Arbeitsverhältnisse - Zeitarbeit - Mobbing von jüngeren Kollegen gegenüber Älteren die sich nicht mehr trauen den Job mit Festbetrag zu den geschilderten Bedingungen zu wechseln. Das ist die andere Seite der Deutschen denen es ja sooooo gut geht.

wolfgang
6 Wochen Urlaub ... 16 Feiertage ... 35 Std.Woche .. und dann Burn Out - die restliche Welt lacht sich ueber die Deutschen kaputt ...

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