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Bundeswehr prüft Angebot für Milliarden-Privatisierung "Herkules"

04.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auch nach jahrelangen Bemühungen ist die Entscheidung zu einem der größten Reformprojekte beim Verteidigungsministerium noch offen. Das Bieterkonsortium habe am 23. März ein überarbeitetes Angebot zu dem "Herkules"-Projekt vorgelegt, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Samstag. Bei dem Milliardenvorhaben soll die Kommunikationstechnik privatisiert und modernisiert werden. Die Auswertung laufe und werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Nach Informationen der Zeitung "Die Welt" bezeichnete das Ministerium das Projekt in einer internen Aufstellung als "kritisch".

Das Bieterkonsortium für das rund 6,5 Milliarden Euro teure Herkules-Projekt besteht aus den beiden Unternehmen Siemens Business Services (SBS) und IBM, nachdem die Telekom-Tochter T-Systems ausgeschieden war. Die Gespräche über die Privatisierung und Modernisierung der nicht zu den Waffensystemen gehörenden Kommunikationstechnik laufen seit drei Jahren und hätten bereits im März 2004 abgeschlossen sein sollen. Die Streitkräfte sollen mit neuer Datenverarbeitung ausgerüstet und die Technik von Heer, Luftwaffe und Marine vernetzt werden. Dabei werden 300.000 Telefonanschlüsse und 100.000 Computer überarbeitet. (dpa/tc)