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Bundestag: Open Source kommt nach der Wahl

08.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Laut Fredo Sartori, IT-Berater des Bundestags, werden sich die Abgeordneten erst nach der Wahl am 22. September entscheiden, ob sie auf ihrn PCs Microsoft-Software durch Open-Source-Programme ablösen wollen. Dabei bleibe die Entscheidung jedem einzelnen Parlamentsmitglied selbst überlassen. Der Aufschub sei dennoch sinnvoll, da damit gerechnet werde, dass nach der Wahl zwischen 30 und 50 Prozent der zur Zeit tätigen Abgeordneten den Bundestag verlassen werden.

Der Wechsel auf quelloffene Software betrifft rund 2500 Rechner, denn jedem der 666 Parlamentarier stehen vier PCs zu: zwei für das Berliner Büro, einer für das Büro im Heimatwahlkreis und ein Notebook. Nach Einschätzung Sartoris betreffen eventuell gewünschte Umstellungen hauptsächlich das Büropaket. Demnach haben bereits 15 Regierungsstellen Microsoft Office durch Openoffice 1.0 ersetzt. Die Mitarbeiter haben sich nicht vom Umstieg abschrecken lassen, obwohl sich Word-Dokumente nicht immer problemlos konvertieren ließen, sagte Sartori. Zum Austausch von Komplettsystemen werde es zwischen 2003 und 2004 kommen, da die meisten Behörden ihre Systeme beim Umzug von Bonn nach Berlin vor rund drei Jahren zum letzten Mal ersetzt haben. Dann, so glaubt Sartori, werden viele Rechner auf Linux umgestellt. (lex)