Internetzugang

Bundesregierung kündigt nach NSA-Affäre US-Provider Verizon

27.06.2014
Die Bundesregierung wechselt als Konsequenz aus der NSA-Affäre den Netzbetreiber.

Der Vertrag mit dem US-Provider Verizon werde beendet, teilte das Bundesinnenministerium am Donnerstag in Berlin mit. Das Unternehmen sei darüber informiert worden, dass die Bundesregierung die Leistungen aus dem Vertrag schrittweise nicht mehr in Anspruch nehmen werde.

Der Bundestag in Berlin bezog seit 2005 Teile seiner Internetanschlüsse über Verizon.
Der Bundestag in Berlin bezog seit 2005 Teile seiner Internetanschlüsse über Verizon.
Foto: Thomas Cloer (CC BY-NC-SA 2.0)

Die NSA-Affäre habe gezeigt, "dass für die sicherheitskritische Kommunikationsinfrastruktur der Bundesregierung besonders hohe Anforderungen zu stellen sind", teilte das Ministerium weiter mit. Vor diesem Hintergrund erfolge derzeit eine Neugestaltung der Informations- und Kommunikationsstrukturen des Bundes. Ziel sei es unter anderem, eine Infrastruktur mit erhöhtem Sicherheitsniveau bereitzustellen.

Vor einem Jahr war bekanntgeworden, dass die National Security Agency (NSA) und andere ausländische Nachrichtendienste im großen Stil deutsche Daten abschöpfen. Auch das Handy von Kanzlerin Angela Merkel war abgehört worden. Dass der Bundestag Teile seiner Internetanschlüsse über Verizon bezieht, hatte zuerst das Blog Netzpolitik.org berichtet, das wiederum von Daniel Lücking darauf aufmerksam gemacht worden war.(dpa/tc)